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 Auf der 1994 für den Personenverkehr stillgelegten Strecke Laufenburg-Koblenz fahren nur noch Güterzüge. Seit 24 Jahren ist Laufenburgs Bahnhof für Reisende Endstation. Wer weiterfahren möchte, muss auf den Bus umsteigen. Der Fricktal Regio Planungsverband will eine Wiedereröffnung der Strecke für den Personenverkehr prüfen lassen. Doch beim Kanton, seit 1. Januar 2018 allein für den öV zuständig, hält man das für illusorisch.
HANS CHRISTOF WAGNER

Gibt man im online-Fahrplan der SBB die Suche Stein-Säckingen nach Koblenz ein, bekommt man ein Sammelsurium von Verbindungen aufgelistet. Mit der S 1 nach Laufenburg und dann weiter mit dem Bus ist noch die direkteste und mit 53 Minuten auch die kürzeste. Man wird aber auch via Baden und Frick/Brugg/Turgi gelotst, mit noch längeren Fahrzeiten. Eine Verbindung, mit 1,16 Stunden die allerlängste, führt sogar erst in die andere Richtung – mit dem IR nach Rheinfelden. Vom dortigen Bahnhof soll man dann den 7312-er Stadtbus nach Rheinfelden/Baden nehmen, dort in den Dieseltriebwagen der Hochrheinstrecke in Richtung Waldshut einsteigen, um von Waldshut mit der S 27 nach Koblenz überzusetzen. Leichter, unkomplizierter und schneller wäre sicher der direkte Weg - per Schiene. Und das Gleis liegt ja auch noch da, wäre betriebsbereit. Laut SBB-Pressestelle fahren auf dem Streckenabschnitt pro Jahr rund 2800 Güterzüge.

Nur Tempo 60 möglich
Also warum fahren die S1-Züge nicht einfach weiter, über Laufenburg hinaus? Weil laut SBB die 16 Kilometer lange Strecke bis Koblenz alles andere als geeignet ist, den Anforderungen modernen Schienenverkehrs zu entsprechen. Züge könnten aktuell dort mit höchstens 60 Kilometer pro Stunde fahren. Es müsste nicht nur in den Gleiskörper investiert werden, sondern auch in Signaltechnik und nicht zuletzt in neue Bahnhöfe. Stehen die früheren zwischen Laufenburg und Koblenz gelegenen, nach 24 Jahren Pause umgenutzt, doch nicht mehr zur Verfügung. Reto Kobi von der Sektion öffentlicher Verkehr im Kanton Aargau schätzt den Investitionsbedarf auf «einen zweistelligen Millionenbetrag».
Kobi zieht die aktuellen Nutzungszahlen der Postauto-Linie Laufenburg-Schwaderloch-Döttigen hinzu, um Argumente contra eine Wiedereröffnung der Bahnstrecke zu liefern: «In den Spitzenzeiten sitzen vielleicht 15 bis 20 Leute im Bus, aber auch nur kurz vor Döttingen. Zwischen Etzgen und Schwaderloch sind es nur rund acht und am Wochenende noch weniger. Und dann sollen wir 200 Meter lange Flirt-Triebwagen mit 800 Sitzplätzen dort fahren lassen? Wenn der Buskilometer 5 und der Bahnkilometer 25 Franken kostet.» Auch wenn die Finanzlage des Kantons besser wäre, käme für ihn eine Wiedereröffnung der Bahn nicht in Frage. Für Kobi wäre das auch kein Fortschritt: Die Anbindung der Dörfer funktioniere heute mit den Bussen doch viel besser als damals mit dem Zug und den schlecht erreichbaren Bahnhöfen.

 Angebot schafft Nachfrage
«Wir kennen die Haltung und die Zahlen, mit denen der Kanton argumentiert», sagt Meinrad Schraner, Vizeammann von Laufenburg und Vorsitzender der Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr im Fricktal Regio Planungsverband. Für ihn ist öV-Nachfrage so gering, gerade weil das Angebot bescheiden ist. Für ihn müsste der Kanton den Leuten folgende Frage stellen: «Steigen Sie für den Weg zur Arbeit oder für Ausflüge auf den öV um, wenn auf der Linie Stein-Säckingen-Koblenz im Halbstunden-Takt ein Zug fährt?»
Für ihn steht fest: Hohes Angebot schafft hohe Nachfrage. Schraner berichtet, dass sich die Arbeitsgruppe Öffentlicher Verkehr erstmals an ihrer Jahressitzung 2016 mit der Bahnlinie Stein-Säckingen-Koblenz beschäftigt habe. Auslöser für die Diskussion sei die dauernde Zunahme des Autoverkehrs und damit der Stauzeiten auf der Kantonsstrasse gewesen. Und die Erwartung, dass mit der Fortentwicklung des Industriegebiets Sisslerfeld und mit 4000 bis 6000 neuen Jobs dort die Blechlawine bald noch gewaltiger werden dürfte.
Schraner führt weitere Argumente pro Schiene ins Feld: Anschluss der Regionen Laufenburg und Bad Zurzach an die Zentren Basel, Baden, Zürich, Winterthur, Beitrag an die Energiestrategie 2050 des Bundes. Unterm Strich steht für ihn fest. «Die SBB Linie ist, was die Sicherheit, die Zuverlässigkeit und den Erschliessungsgrad der Region Laufenburg-Zurzach betrifft, der Verkehrsträger der Zukunft.»
Wobei man nicht mehr allzu lange warten möchte. Zunächst will die Fricktaler Repla sich mit den Kollegen vom ZurzibietRegio Gemeindeverband absprechen, um dann gemeinsam beim Kanton vorstellig zu werden, was noch dieses Jahr der Fall sein könnte.

Verbindungen zum Zurzibiet
Auch für Ruedi Lüscher, Mitglied der Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr im Fricktal Regio Planungsverband, Ex-Stadtammann von Laufenburg und bis 2002 dort Bahnhofvorstand, macht die Wiedereröffnung der Bahnlinie Laufenburg-Koblenz Sinn. Auch um die alten Verbindungen zwischen dem oberen Fricktal und dem Zurzibiet wiederzubeleben, die für Lüscher auch wegen des eingestellten Zugverkehrs verlorengegangen seien. Und: «Ein Bahnanschluss ist für jede Gemeinde von Vorteil, um bei Neuzuzügern zu punkten.»
So sagt auch Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal: «Der Gemeinderat unterstützt die Öffnung dieser Linie sehr, weil sie auch für unsere Gemeinde ein Vorteil wäre. Ausserdem würde sie aus unserer Sicht auch ökologisch Sinn machen. Die Verkehrswege von und nach Laufenburg sind oft verstopft, hier könnte ein Bahnbetrieb für Entlastung sorgen.» Das ehemalige Bahnhofgebäude sei heute zwar eine Entsorgungsstelle und könnte nicht mehr genutzt werden. Aber weiter Richtung Schwaderloch (bei der Postautohaltestelle) sei genügend Platz für einen kleinen Bahnhof, sagt Weber.

Kindheitserinnerungen
Unterstützung erfährt die Repla-Initiative von Fricktaler Grossräten, so von Elisabeth Burgener (SP) aus Gipf-Oberfrick. «Ich begrüsse die Wiedereröffnung für den Personenverkehr. Eine der schönsten Bahnstrecken wäre damit wiederbelebt. Auf dieser Strecke habe ich meine ersten selbständigen Bahnerfahrungen gemacht. Ich durfte sie nämlich ohne Begleitung meiner Eltern fahren. Mein Vater brachte mich in Laufenburg auf den Zug, mein Götti holte mich in Koblenz ab. Das in Butterpapier eingepackte Sandwich für unterwegs, das Kartonbillett, ein finster dreinschauender Kondukteur. Diese Bilder sind noch präsent.»
Auch Kollegin Gertrud Häseli (Grüne) aus Wittnau verbindet mit der Strecke Emotionales: «Erst kürzlich habe ich die Strecke Koblenz-Laufenburg mit dem Roten Pfeil (historischer Triebwagen) befahren. Landschaftlich wunderbar.» Aber: «Ich glaube nicht, dass die Strecke angehend rentabel betrieben werden könnte. Die Zusammenarbeit mit der Bahn auf der deutschen Seite sehe ich als wichtigeres Anliegen.»
Auch Roland Agustoni (Grünliberale) aus Rheinfelden hat hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit Bedenken, unterstützt die Forderung im Grundsatz aber schon. Er, Motionär für einen Halbstundentakt der S1 zwischen Stein und Laufenburg, sagt: «Im Moment erachte ich eine Reaktivierung der erwähnten Bahnlinie als nicht angezeigt, noch nicht.»

Bilder (von oben): Ankunft 18.26: Noch ist für die S1 Laufenburg Endstation. Von dort aus fährt sie wieder zurück in Richtung Basel. Reisende in Richtung Koblenz müssen in den den Bus umsteigen. Fotos: Hans Christof Wagner

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