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Monika Grossert-Schneider, Sonja Kobler, Alex Mueller, Stefan Güntert, Angela Hurschler (hinten von links), Clara Brunner und Astrid Zeiner (vorne von links) wollen die Zukunft der Schulstandorte Mumpf, Obermumpf und Schupfart sichern .(jk) «Wenn wir jetzt handeln, können wir noch selbst agieren. Wenn nicht, können wir irgendwann nur noch auf das reagieren, was uns der Kanton vorschreibt.» So deutlich machten die Akteure der beiden Informationsveranstaltungen zum Thema Zusammenarbeit der Primarschulen und Kindergärten Mumpf, Obermumpf und Schupfart, wie die Situation für die drei Standorte ist. Zum Schuljahr 2018/19 soll der Schulverband Mumpf/Obermumpf/Schupfart seine Arbeit beginnen – wenn die Stimmbürger der drei Gemeinden den Plänen zustimmen.

Am Freitag und Montag informierten die Akteure im Oberstufenzentrum Mumpf über die derzeitige Lage und über die Pläne zur Gründung eines Schulverbands, um bei zunehmendem Kostendruck die bestmögliche Schulbildung für die Kinder in Zukunft zu gewährleisten. Eine gemeinsame Schulleitung und Schulpflege sowie gegebenenfalls ein Transfer von Primarschülern stehen im Zentrum der Überlegungen. Im Moment werden rund 200 Kinder in drei Kindergärten und drei Primarschulen betreut.

Monika Grossert-Schneider soll auch künftig die drei Primarschulen leiten, dann aber unter dem Dach eines Verbandes.Zepter selbst in die Hand nehmen
«Es ist vielleicht Zeit für Veränderungen», stellte Alex Mueller von der Schulpflege Obermumpf fest. Es sei in der jüngeren Vergangenheit viel von Sparmassnahmen geredet worden, die in den kommenden Jahren auf die Schulen zukommen. Für kleine Schulen – wie sie im Kanton Aargau eher die Regel als die Ausnahme sind – könne dies bedeuten, dass vom Kanton Massnahmen ergriffen werden, die nicht im Sinne der Schüler, Lehrer und Eltern seien, machte Mueller deutlich, wie wichtig es sei, das Zepter rechtzeitig selbst in die Hand zu nehmen.
Die Mindestgrösse der Klassen sei bereits von 12 auf 15 Schüler angehoben worden. In vielen kleinen Gemeinden seien die Geburtenjahrgänge aber oft zu klein und schwankend, um damit jeweils eine einzelne Klasse zu bilden. Selbst mit der Zusammenlegung von zwei Jahrgängen komme man an den einzelnen Orten oft nicht auf 15 Schüler. Es drohe also die Gefahr, dass künftig auf Vorgabe des Kantons drei oder sogar vier Jahrgänge in einer Klasse zusammengefasst werden, um die Mindestzahl und die Sparvorgaben zu erreichen. Dies sei aber weder im Sinne der Schüler noch der Lehrer.
Die Anforderungen an Betreuung sei in den einzelnen Jahrgängen so unterschiedlich, dass eine Zusammenlegung von drei oder vier Jahrgängen deutlich negative Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts habe, machte auch Schulleiterin Monika Grossert-Schneider deutlich. Sie ist Schulleiterin an allen drei Primarschulen, hat dabei aber drei Verträge und muss mit drei Schulpflegen von drei Gemeinden zusammenarbeiten – ebenfalls alles andere, als eine optimale Situation. Bei der Gründung eines Verbandes gäbe es nur noch eine Schulpflege, an der aber alle drei Gemeinden beteiligt wären.
Auch für Lehrer seien die drei kleinen Schulen derzeit nicht die attraktivsten Arbeitgeber. Sollte es künftig dazu kommen, dass mehr als zwei Jahrgänge in einer Klasse zusammengefasst werden, nehme die Attraktivität noch weiter ab.

Sonja Kobler von der Schulpflege Schupfart ist überzeugt davon, dass die drei Gemeinden handeln müssen.Drei Schulen, drei Standorte, ein gemeinsames Dach
Eine Zusammenarbeit der drei Schulen an weiterhin drei Standorten aber unter einem gemeinsamen Dach, könne die Lösung sein – darin sind sich Schulleitung, Schulpflegen und Gemeinderäte einig. Durch die Schaffung eines Verbandes mit dazugehörigen Satzungen werde ein hohes Mass an Verbindlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen, so die einhellige Meinung all derer, die sich bereits seit Monaten mit dem Thema beschäftigen.
Statt vielleicht irgendwann vom Kanton die Auflage zu bekommen, drei oder vier Jahrgänge in einer Schulklasse zusammenzufassen, sollen eher die Kinder aus maximal zwei Jahrgängen, aber dafür aus drei Gemeinden, zusammen unterrichtet werden. Zwar sollen die Kinder möglichst auch an ihrem Wohnort die Schule besuchen, so Grossert-Schneider, aber natürlich werde es dazu kommen, dass Kinder eben auch an einem anderen der drei Orte, der nicht ihr Wohnort ist, die Schule besuchen werden. Für Transfers und Mittagstisch würden sich aber Lösungen finden, sind sich die Planer des Schulverbands sicher und stellten sich dazu auch den Fragen der Eltern, die die beiden Informationsveranstaltungen besuchten.

Überschaubar war das Interesse an der Informationsveranstaltung am Freitag, eine rege Diskussionsrunde bildete sich aber im Anschluss an die Vorträge dennoch.Sorgen werden ernst genommen
Natürlich gab es Sorgen, dass Kinder vielleicht jedes Jahr an einem anderen Ort unterrichtet werden, dass die Schulwege zu weit seien, um in der Mittagspause nach Hause und dann wieder rechtzeitig zum Nachmittagsunterricht in die Schule zu kommen. Alles Sorgen, die von der Schulleiterin sowie den Vertretern der Schulpflegen und Gemeinderäte ernst genommen wurden. Allerdings machten sie auch deutlich, dass viele Sorgen erstmal grösser erschienen, als sie am Ende tatsächlich seien. Ausserdem wiesen sie immer wieder darauf hin, dass es wesentlich besser sei, jetzt selbst nach Lösungen zu suchen, als sich später welche vom Kanton diktieren zu lassen.
Erste Planungen für den Schulverband habe es bereits gegeben, die auch auf Zustimmung beim Departement Bildung, Kultur, Sport getroffen seien, so Sonja Kobler von der Schulpflege Schupfart. Damit machte sie deutlich, dass die Pläne der drei Gemeinden kein Hirngespinst sind, sondern mit den übergeordneten Behörden abgestimmt wurden.

Abstimmung an Sommer­gemeindeversammlungen
Bis März 2017 soll der Vertrag ausgearbeitet werden, an den Sommergemeindeversammlungen 2017 sollen die Stimmbürger darüber abstimmen. Nach einem Übergangsjahr würde der Verband im Jahr 2018 dann Wirklichkeit werden.

Unsere Bilder (Fotos: Jörn Kerckhoff)
Erstes Bild: Monika Grossert-Schneider, Sonja Kobler, Alex Mueller, Stefan Güntert, Angela Hurschler (hinten von links), Clara Brunner und Astrid Zeiner (vorne von links) wollen die Zukunft der Schulstandorte Mumpf, Obermumpf und Schupfart sichern .
Zweites Bild: Monika Grossert-Schneider soll auch künftig die drei Primarschulen leiten, dann aber unter dem Dach eines Verbandes.
Drittes Bild: Sonja Kobler von der Schulpflege Schupfart ist überzeugt davon, dass die drei Gemeinden handeln müssen.
Viertes Bild: Überschaubar war das Interesse an der Informationsveranstaltung am Freitag, eine rege Diskussionsrunde bildete sich aber im Anschluss an die Vorträge dennoch.
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