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Gansingen

Gansingens Gemeindeammann Mario Hüsler (rechts) und OK-Präsident Thomas Szabo (links) mit Vertretern aus Gansheim und der neuen Gedenktafel; hinten: Bürgermeister Alois Schiegg.Mit einem unterhaltsamen Festakt hat Gansingen am Sonntagnachmittag seinem Dorffest eine offizielle Note verliehen. Unter den Gästen befanden sich Urs Hofmann, Landammann des Kantons Aargau, sowie Vertreter des Partnerorts Gansheim in der Gemeinde Marxheim (Bundesland Bayern) mit Bürgermeister Alois Schiegg an der Spitze.

PETER SCHÜTZ

Schiegg überbrachte Gansingens Gemeindeammann Mario Hüsler eine steinerne Tafel – ein Geschenk, das an die seit 25 Jahren bestehende Partnerschaft erinnern soll. Gansingen feierte also zwei Jubiläen in einem. Der Fokus lag aber klar auf dem 775. Geburtstag des Dorfes im Mettauertal. 1240 wurde Gansingen erstmals urkundlich erwähnt. Mario Hüsler ging in seiner Ansprache im vollen Festzelt jedoch davon aus, dass Gansingen bereits im 5. und 6. Jahrhundert besiedelt worden ist. Im Lauf der Zeit habe der Ort viele Wandel durchgemacht, habe auch Rückschläge aufgrund von Kriegen und Hausbränden erlitten, sei aber immer wieder aufgestanden. «Gansingen musste auch untendurch», hielt Hüsler fest. Dies habe vielleicht den Charakter der Gansinger geprägt. Hüsler: «Die Gansinger sind immer initiativ und kreativ, aber auch konstruktiv-kritisch gewesen.» Zuletzt habe der Ort 2007 die Fusion mit den anderen Talgemeinden abgelehnt, «aber nicht, weil wir nicht mit den anderen zusammen sein wollten.»  Sondern: «Wir Gansinger nehmen das Heft gerne selber in die Hand.» Er sei sicher, so Hüsler, die Verwaltung des Kantons Aargau habe nicht immer Freude an den Gansingern gehabt, «aber das beruht auf Gegenseitigkeit.» Gansingen sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Hüsler forderte: «Wir müssen nicht immer nur am gleichen Strick ziehen, sondern in die gleiche Richtung.» Das hatten offenbar die Organisatoren des Dorffestes mit OK-Präsident Thomas Szabo getan. «Das OK hat von Anfang an versucht, auf Qualität und nicht auf Quantität zu setzen. Das Ergebnis ist super herausgekommen», lobte der Gemeindeammann.

«Gansingen ist eine aufgestellte Gemeinde – ein Dorf mit lebendiger Gemeinschaft»: Landammann Urs Hofmann am Rednerpult.Gesundes Selbstvertrauen
Szenenwechsel: Ein als Vertreter der aargauischen Regierung verkleideter Akteur beklagte sich, dass Gansingen 1814 dringend benötigte Rekruten nicht zur Verfügung gestellt hatte und aus dieser Zeit beim Kanton noch eine Schuld von 1400 Louis d’Or habe. Landammann Urs Hofmann beruhigte die Gastgeber: «Ich bin nicht gekommen, um den Gansingern die Kutteln zu putzen, und auch nicht, um Schulden einzutreiben – die sind verjährt.» Dicker Applaus im Festzelt, wo­rauf Hofmann zu einer Charakterbeschreibung überging: Die Gansinger würden über ein «gesundes Selbstvertrauen und ein starkes Eigenbewusstsein» verfügen, hielt er fest. Hofmann weiter: «Gansingen ist keine Schlafgemeinde, sondern eine aufgestellte Gemeinde – ein Dorf mit einer lebendigen Gemeinschaft.» Grussworte richtete unter anderem auch Peter Weber, Gemeindepräsident vom Mettauertal, aus. Den Festakt beendete die Musikgesellschaft Gansingen mit einer Uraufführung: Urs Erdin hat für das Dorffest die Komposition «Gansungen», anlehnend an die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes im Jahre 1240,  verfasst.

Alois Schiegg, Bürgermeister von Marxheim mit Gansheim (links) wird interviewt.Unsere Bilder (Fotos: Peter Schütz)
Erstes Bild: Gansingens Gemeindeammann Mario Hüsler (rechts) und OK-Präsident Thomas Szabo (links) mit Vertretern aus Gansheim und der neuen Gedenktafel; hinten: Bürgermeister Alois Schiegg.
Zweites Bild: «Gansingen ist eine aufgestellte Gemeinde – ein Dorf mit lebendiger Gemeinschaft»: Landammann Urs Hofmann am Rednerpult.
Drittes Bild: Alois Schiegg, Bürgermeister von Marxheim mit Gansheim (links) wird interviewt.

 

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