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Kaisten

Elena Scheidegger spricht im Namen ihrer ukrainischen Landsleute und dankt für die Sicherheit, die ein Teil von ihnen in der Schweiz gefunden hat. Foto: Jörg Wägli

Seit 23 Jahren lebt Elena Scheidegger in der Schweiz, seit zwei Jahren in Kaister Ortsteil Ittenthal. Am Rednerpult an der Bundesfeier in Kaisten sprach sie im Namen ihrer ukrainischen Landsleute, welche durch den Krieg unvorstellbares Leid erfahren. Ein Teil von ihnen hat in der Schweiz Sicherheit gefunden haben.

JÖRG WÄGLI

«Uns geht es gut», stellte Gemeindeammann Arpad Major bei der Begrüssung zur Kaister 1.-August-Feier fest. Nicht so der Bevölkerung in der Ukraine, wo ein furchtbarer Krieg im Gange sei. Entsprechend freute es Major, dass er mit Elena Scheidegger eine Ittenthalerin am Rednerpult begrüssen dürfe, die sich zusammen mit Einwohnerinnen und Einwohnern aus Kaisten und Ittenthal für ihre aus dem Kriegsgebiet geflüchteten Landsleute einsetzt und nicht zuletzt auch mithilft, Sprachbarrieren zu überwinden.

Kaister «Alternative» zum Feuerwerk. Foto: Jörg WägliAus dem Bundesbrief von 1291 oder vielmehr aus einer dramatischen Zuspitzung durch den grossen deutschen Dichter Schiller liesse sich ein unbändiger Wille des damaligen Volkes nach Freiheit herauslesen. «Lieber tot sein, als in der Knechtschaft zu leben – das sind starke Worte, ohne Zweifel» stellte Elena Scheidegger einleitend fest, welche die Festgemeinde nicht nur auf Schweizerdeutsch sondern auch auf Ukrainisch begrüsst hatte. Sogleich kam sie auf den Krieg in der Ukraine zu sprechen, der Millionen von Menschen in den letzten sechs Monaten gezwungen habe, auf einen Schlag ihre Familie, ihr Zuhause und ihre Arbeit zu verlassen und zu flüchten. Für einige endete die Flucht in der Schweiz. Aufgrund der teils spürbaren kulturellen Unterschiede sei eine grosse Portion Verständnis und Nachsicht notwendig, so Elena Scheidegger, denn die Gesamtsituation, in welcher sich die Flüchtlinge aktuell befänden, sei für uns in der Schweiz kaum vorstellbar.

Gemeindeammann Arpad Major dankt Elena Scheidegger für ihre aufwühlenden Worte. Foto: Jörg WägliAuch tröstende Worte können helfen
Für ihre Familie sei bereits zu Beginn der Flüchtlingswelle klar gewesen, dass sie lieber tatkräftig helfe, als nur zuzuschauen und Angst zu haben. «Ich lebe seit 23 Jahren in der Schweiz und habe nun die Möglichkeit, meinem eigenen Volk, hier vor Ort, zu helfen», betonte die Ittenthalerin. Dazu gehöre, im Alltag Unterstützung zu bieten, aber auch ein offenes Ohr, Verständnis und tröstende Worte könnten in der aktuellen Lage hilfreich sein. «Ich persönlich stehe heute vor Ihnen stellvertretend für rund 30 ukrainische Flüchtlinge. An dieser Stelle und stellvertretend danke ich von ganzen Herzen für die grosse Solidarität und Hilfsbereitschaft, die sehr geschätzt und auch benötigt wird. Es ist eine grosse Ehre, dass wir zur heutigen Feier eingeladen sind und dass unser Volk damit zu Wort gekommen ist», sagte Elena Scheidegger und abschliessend: «Wir alle aufgenommenen Ukrainerinnen und Ukrainer möchten der Schweiz zum 1. August gratulieren und sind sehr dankbar, hier in Sicherheit zu sein.»

Die Musikgesellschaft Kaisten sorgte für die musikalische Umrahmung des 1.-August-Feier. Foto: Jörg WägliFür ihre aufwühlende Rede dankte der Gemeindeammann Elena Scheidegger nicht nur mit Worten, sondern auch mit einem kleinen Präsent. Nach einer kurzen Pause übernahm wieder die Musikgesellschaft Kaisten, welche die zur Mittagszeit stattfindende Feier musikalisch umrahmte, das Zepter und lud die Anwesenden zum Singen der Nationalhymne ein. Für das leibliche Wohl sorgten an diesem heissen Bundesfeiertag die Schützengesellschaft sowie der noch junge Pétanque-Club Fricktal, welcher die zahlreich aufmarschierten Besucherinnen und Besucher auch gleich zu einem Probe-Pétanque-Spiel einlud.

Bilder
Erstes Bild: Elena Scheidegger spricht im Namen ihrer ukrainischen Landsleute und dankt für die Sicherheit, die ein Teil von ihnen in der Schweiz gefunden hat. Foto: Jörg Wägli
Zweites Bild: Kaister «Alternative» zum Feuerwerk. Foto: Jörg Wägli
Drittes Bild: Gemeindeammann Arpad Major dankt Elena Scheidegger für ihre aufwühlenden Worte. Foto: Jörg Wägli
Viertes Bild: Die Musikgesellschaft Kaisten sorgte für die musikalische Umrahmung des 1.-August-Feier. Foto: Jörg Wägli
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