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Laufenburg

Der Kern des Museumsteams (von links): Tyrone Richards, Patrizia Solombrino und Daniel Waldner in der neuen Ausstellung mit Werken von Erwin RehmannFotos: Peter Schütz

100 Jahre Erwin Rehmann, 20 Jahre Rehmann-Museum: Zwei runde Jubiläen fallen in dasselbe Jahr 2021. Für die nach dem 2020 im Alter von 99 Jahren gestorbenen Bildhauer benannten Stiftung war daher klar, dass es eine Retrospektive geben wird.

PETER SCHÜTZ

«Das Projekt haben wir schon 2019 angedacht», berichtet Museumskurator Tyrone Richards. Es sei mit Erwin Rehmann besprochen worden, was wichtig zu zeigen wäre, sagt Richards – worauf Rehmann geantwortet habe, er wolle, dass auch die neuen Arbeiten gezeigt würden. Diese sind nun im Rahmen der neuen Ausstellung mit dem Titel «Alles fliesst» in einem eigens dafür eingerichteten Kabinett zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. Eröffnet wird die Schau am Freitag, 3. September, um 19 Uhr. Sie dauert bis 19. Juni 2022 und wird von einem umfangreichen Programm begleitet. Im Rehmann-Museum besteht Maskenpflicht.

Publikation und «vernetzter Blick»
Zur Ausstellung erscheint die Publikation «Alles fliesst. 100 Jahre Erwin Rehmann – 20 Jahre Rehmann-Museum» mit Beiträgen von Cornelia Ackermann, Hannes Burger, Matthias Frehner, Rudolf Lüscher, Anouchka Panchard, Christoph Rehmann-Sutter, Tyrone Richards, Marc Philip Seidel, Patrizia Solombrino und Daniel Waldner. Herausgeberin ist die Stiftung Erwin Rehmann Ateliermuseum und Skulpturengarten.

Dem Laufenburger Künstler Erwin Rehmann (1921 – 2020) ist die Retrospektive gewidmet. Foto: Archiv Peter SchützDie retrospektiv angelegte Ausstellung «Alles fliesst» versteht Tyrone Richards weniger als chronologische Aufreihung, sondern als «vernetzter Blick» durch das vielfältige Werk von Erwin Rehmann. Konkret: Früh-, Mittel- und Spätwerke treffen unter gemeinsamen Themenfeldern aufeinander, um besonders einen Aspekt zentral zu durchleuchten: den Prozess vom Wandel der Formen, auf den Rehmann unermüdlich seinen Fokus gerichtet hat. Richards hat die Ausstellung nach Themen geordnet: Kosmos, Licht, Frucht, Antlitz, Konstruktion, Fragment, Lexikon und eben auch Prozess. «Sie summieren jeweils gemeinsame Aspekte der Werke, deren Entstehungsjahre Jahrzehnte auseinanderliegen», erklärt Tyrone Richards. Davon ausgenommen präsentiert sich die letzte Werkgruppe von Erwin Rehmann als Einheit und wird erstmals öffentlich gewürdigt. Entstanden ist sie nach Skizzen, Entwürfen und Modellen, die Rehmann an seinem letzten Wohnort im Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg erstellt hat. Die finalen Montagearbeiten führte danach sein langjähriger Mitarbeiter Daniel Waldner aus.

Lange verborgene Schätze
Das Rehmann-Museums beherbergt seit 2001 das grösste Werkkonvolut des Bildhauers. «Seit Anfang der 1940er Jahre war Erwin Rehmann auf der Suche nach materiellen und philosophischen Antworten im bildhauerischen Prozess», berichtet Tyrone Richards. Rehmann erkundete die Möglichkeiten der Bildhauerei in einem, so Richards, «beispiellosen und unerreichten Spektrum». Davon zeugt die neue Ausstellung, die Bekanntes, Neues und lange verborgene Schätze zeigt. Hinter dem Begleitprogramm mit Veranstaltungen in fast jedem Monat steckt eine Arbeitsgruppe. «Die Ausstellung war eine grosse Teamarbeit, sie ist im Kollektiv entstanden», erklärt Tyrone Richards. Dass sie zustande gekommen ist, sei auch das Verdienst der Sponsoren, fügt Geschäftsführerin Patrizia Solombrino hinzu. Unter anderem leisteten die Ernst-Göhner-Stiftung, Pro Argovia, Swisslos und Credit Suisse grosszügige Beiträge.

Info
Das Rehmann-Museum feiert anlässlich des 100. Geburtstags des Bildhauers Erwin Rehmann (1921-2020) dessen künstlerisches Schaffen und zugleich das 20-Jahre-Jubiläum des Rehmann-Museums im Schimelrych in Laufenburg. Eröffnung der Ausstellung «Alles fliesst»: Freitag, 3. September, um 19 Uhr. Die Öffnungszeiten: jeweils Mittwoch bis Freitag von 11 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Internet: www.rehmann-museum.ch

Bilder
Erstes Bild: Der Kern des Museumsteams (von links): Tyrone Richards, Patrizia Solombrino und Daniel Waldner in der neuen Ausstellung mit Werken von Erwin RehmannFotos: Peter Schütz
Zweites Bild: Dem Laufenburger Künstler Erwin Rehmann (1921 – 2020) ist die Retrospektive gewidmet. Foto: Archiv Peter Schütz
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