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Das restaurierte historische Wirtshausschild des Schlosskellers an der Unteren Wasengasse 102 in Laufenburg. Foto: zVg(agfl) Rund 20 Interessierte versammelten sich am Dienstag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Herzen der Laufenburger Altstadt vor dem vom Laternenschein beleuchteten «Schlosskeller». Ein Scheinwerfer verwies ihre Blicke auf ein historisches Element an der Fassade, das seit eineinhalb Jahren fehlte und nun in neuem Glanz zurück ist: der schmiedeeiserne Ausleger mit dem Wirtshausschild des ehemaligen Speiserestaurants «Schlosskeller». Der Verein Sprachpanorama lud zur Einweihung.

Der laue Oktoberabend war perfekt für den Anlass, und die Dämmerung nach dem sonnigen Tag verbreitete zusammen mit dem Laternenlicht einen Hauch Romantik in der Unteren Wasengasse. Das Haus mit der Nummer 102, besser bekannt als «Schlosskeller», erhielt vergangenes Jahr ein neues, dichtes Dach und einen frischen Anstrich. Am Dienstag folgte dann das Tüpfelchen auf dem i: der restaurierte historische Ausleger.

Die Präsidentin des Vereins Sprachpanorama während der Präsentation. Foto: zVgDer Zustand zweier Hauptelemente, des habsburgischen Doppelkopfadlers und des schildtragenden Adlerkopfes war so schlecht, dass sie komplett neu gefertigt werden mussten. Die Originale waren drinnen im Haus ausgestellt. Im Gewölbekeller des Gebäudes, dem Begegnungslokal des Verein Sprachpanorama, erzählte die Vereinspräsidentin und Linguistin Florence Aggeler einiges über das Schild. Beispielsweise, dass der Brauerstern mit dem überschäumenden Bierglas im Zentrum – die Bewerbung der ehemaligen Bierschenke – die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen symbolisieren. Zudem versprachen sich Brauereien vom Hexagramm seit dem Mittelalter Schutz gegen Brände und Dämonen.

Die ersten Gäste bestaunen das restaurierte Wirtshausschild. Foto: zVgAber auch die Geschichte des Hauses und weitere historische Gewerbeschilder in Laufenburg kamen zur Sprache. Schliesslich wurde ein Blick ins Ausland geworfen: nach Salzburg, das wie Laufenburg den roten steigenden Löwen des Hauses Habsburg im Wappen trägt und in der Altstadt eine ganze «Schildergasse» aufweist. Natürlich durfte der Exkurs zur sprachlich-kommunikativen Bedeutung und Entwicklung bei der Werbe-Beschilderung nicht fehlen, ist doch der Verein Sprachpanorama dabei eine Ausstellung zu verschiedenen Sprachthemen aufzubauen, die 2017 eröffnet wird.

 

Gespräche während des Apéros im Gewölbekeller. Foto: zVgEs war eine angeregte Veranstaltung, bereichert durch zahlreiche Beiträge von Gästen, die Laufenburg noch aus viel früherer Zeit kennen und einiges über die Entwicklung in der Stadt berichten konnten. Beim anschliessenden Apéro blieben alle noch eine ganze Weile gemütlich bei regen Gesprächen über die Vergangenheit und Zukunft Laufenburgs sitzen.

 

Weitere Aktionen
Derzeit erarbeitet der Verein Sprachpanorama in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Exponate. Auch von Hochschulinstituten werden ausgesuchte sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse allgemein verständlich und spannend für ein interessiertes Publikum aufbereitet. Dabei sollen Jugendliche genauso angesprochen werden wie Erwachsene. In der Zwischenzeit kann die für die Kulturnacht 2016 geschaffene Ausstellung «Lesen» zu den drei Themenbereichen «Geschichte des Lesens», «Geschichte des Lesenlehrens» und «Wie geht Lesen?» nach Vereinbarung besucht werden. Die Ausstellung dürfte insbesondere für Lehrpersonen von Interesse sein.

Weitere Informationen unter E-Mail: oder www.sprachpanorama.ch

Unser Bild oben: Das restaurierte historische Wirtshausschild des Schlosskellers an der Unteren Wasengasse 102 in Laufenburg.
Die weiteren Bilder: Die Präsidentin des Vereins Sprachpanorama während der Präsentation.
Die ersten Gäste bestaunen das restaurierte Wirtshausschild.
Gespräche während des Apéros im Gewölbekeller.
Fotos: zVg