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Zeihen

Gleich zwei Jubiläen: Die Lesegruppe Zeihen feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen – und zurzeit wird mit dem Roman «Im Fallen lernt die Feder fliegen» von Usama Al Shahamani das 200. Buch gelesen. Foto: Sonja Fasler Hübner

Lesen erweitert den Horizont, wirkt entspannend, fördert Konzentration und Fantasie. Wer einmal vom Lesefieber gepackt worden ist, den lässt es vermutlich das Leben lang nicht mehr los. In Zeihen haben Gleichgesinnte vor 25 Jahren zur Lesegruppe zusammengefunden – und mittlerweile lesen die Frauen das 200. Buch.

SONJA FASLER HÜBNER

Natürlich kann jeder sein Buch im stillen Kämmerlein lesen und sich so seine Gedanken darüber machen. Aber das ersetzt nicht eine Diskussion über den Inhalt, zumal es viele Bücher gibt, die einen ganz schön aufwühlen können.
«So liest man auch mal Bücher, die man sonst nie auswählen würde», bringt es eine Leserin der Gruppe auf den Punkt. Man tauche in Welten ein, die einem sonst verborgen geblieben wären. Zwar liest jede Frau ihr Buch alleine, sei das zu Hause im Lehnstuhl, draussen auf der Terrasse, nachts im Bett oder während der Ferien. Die meisten bevorzugen das gedruckte Buch, einige den E-Reader. «Doch anstatt das Buch nach der Lektüre einfach wegzulegen, ergeben Diskussionen in der Runde oft ganz neue Sichtweisen. Und nicht jeder liest dasselbe aus einem Buch. So gibt es auch verschiedene Ansichten, deren Austausch alle als Bereicherung sehen», weiss Therese Schmid, welche bis vor drei Jahren die Bibliothek Zeihen geleitet hat und zusammen mit Anita Jäggli die Treffen der Lesegruppe organisiert.
«Interessant ist es, wenn sich jede Leserin den Protagonisten des Buchs anders vorstellt», findet Anita Jäggli, die früher in der Bibliothek Zeihen und seit einiger Zeit in der Bibliothek Eiken arbeitet. Oder ein Buch vermittle Einblicke in fremde Länder und Kulturen. Besonders interessant sei es, wenn eine oder mehrere Leserinnen einen persönlichen Bezug zu Land und Leuten hätten.

Gelesen werden Bücher querbeet. «Aber wir wählen keine Krimis und Thriller», stellt Therese Schmid klar. Nicht, weil Bücher aus diesem Genre nicht spannend und lesenswert wären, aber «sie bieten zu wenig Gesprächsstoff.» Ein Krimi sei in einer Viertelstunde besprochen. Und das kann nicht der Sinn einer Lesegruppe sein. So fällt die Wahl vor allem auf Romane und Biografien. «Es muss aber nicht hochstehende Literatur sein», so Therese Schmid. Lieber wähle man spannende, gut verständliche Geschichten und Lebensberichte, die es lohnen, gelesen und besprochen zu werden.
Den Anstoss zur Gründung einer Lesegruppe in Zeihen gab 1995 der Frauenbund, indem eine Bedarfsabklärung bei den Mitgliedern gemacht wurde. Dabei kam mehrfach der Wunsch nach Buchbesprechnungen auf. Und da fünf Jahre zuvor die Dorfbibliothek in Zeihen gegründet worden war, lag es nahe, eine Lesegruppe ins Leben zu rufen. Die Zahl der Teilnehmerinnen lag anfangs bei 15, zurzeit bei zwölf, die aus Zeihen, aber auch aus umliegenden Dörfern kommen. «Bei den Buchbesprechungen sind wir in der Regel etwa acht Leserinnen», so Therese Schmid. Sie und ein paar andere Frauen sind seit Beginn in der Lesegruppe dabei. Therese Schmid und Anita Jäggli organisieren zwar jeweils die Treffen und haben den Schlüssel zum Bibliotheksraum in der Unterkirche. Theres Schmid besorgt als ehemalige Mitarbeiterin einer Buchhandlung auf Wunsch jeweils die Lektüre, als Leiterin der Lesegruppe wollen sich die beiden allerdings nicht bezeichnen. «Wir sind kein Verein», betont Therese Schmid. Einzige Voraussetzung sei die Mitgliedschaft in der Bibliothek bzw. das Zahlen des Jahresbeitrags. In der Lesegruppe gibt es somit auch keine Hierarchie. Die Leserinnen sind zwischen 50 und 80 Jahre alt. «Wir würden uns über weitere Leserinnen, auch jüngere, bzw. über Männer in der Lesegruppe freuen», sind sich alle einig. Das würde auch neue Inputs geben, sind sie überzeugt. Wer Interesse hat und nähere Auskünfte wünscht, erhält diese in der
Bibliohtek Zeihen ().

Welches Buch als nächstes gelesen wird, wird im Plenum beschlossen. Vorschläge sind von allen erwünscht, und schliesslich einigt man sich auf ein Buch. Oft eines, das schon von jemandem gelesen worden war. «Ab und zu wählen wir auch ein Buch, das noch niemand von uns kennt», sagt Therese Schmid. Das könne ein Gewinn sein. «Manchmal bleiben wir auch achselzuckend zurück.» Gelesen werden durchschnittlich acht Bücher pro Jahr. Die Buchbesprechungen laufen immer nach dem gleichen Muster ab: Zuerst tauscht man sich aus, diskutiert über Inhalt, Schreibstil, Lesbarkeit, versucht offene Fragen zu klären usw. Im zweiten Teil wird ein neues Buch ausgewählt. Und schliesslich lässt man die gemütlichen Abende bei Tee und Kuchen ausklingen.
Der erste Roman war übrigens «Die Putzfraueninsel» der bekannten Schweizer Autorin Milena Moser. Und das 200. Buch, welches die Leserinnen vor kurzem in Angriff genommen haben, heisst «Im Fallen lernt die Feder fliegen». Der Roman des irakischstämmigen Autors Usama Al Shamani handelt von einem irakischen Mädchen, das mit seiner Familie in die Schweiz geflüchtet ist, später aber auf Druck der Eltern in die Heimat zurückkehren muss. Da zu einem Jubiläum jeweils etwas Besonderes unternommen wird, werden die Leserinnen diesmal eine Autorenlesung des in der Schweiz wohnhaften Autors besuchen. Diese findet Ende Oktober in einer Buchhandlung in Dietikon statt.

Bild: Gleich zwei Jubiläen: Die Lesegruppe Zeihen feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen – und zurzeit wird mit dem Roman «Im Fallen lernt die Feder fliegen» von Usama Al Shahamani das 200. Buch gelesen. Foto: Sonja Fasler Hübner
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