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Eiken

 (eing.) Begonnen hatte alles mit der Entscheidung, künftig den ökumenischen Gottesdienst als Fasnachtsgottesdienst in den Pfarreikalender von Eiken aufzunehmen. Das Motto des Gottesdienstes: «Die Hände zum Himmel» entsprang einem Einfall von Patoralassistent Berthold Keßler.

Diesen Titel kennt man auch in Zürich und so konnte die gemeinsame Vorbereitung mit dem reformierten Pfarrer Markus Karau aus Zürich, der momentan in Frick amtet, beginnen. Nach längerem Vorlauf startete der Gottesdienst am vergangenen Fasnachtssonntag um 10.30 Uhr. Pünktlich zogen die Seelsorger und einige junge Narren, angeführt von der Guggemusik Chinzhaldeschränzer, in die gut gefüllte Kirche in Eiken ein. Die Überraschung war gross, klatschten doch die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher schon beim Einzug kräftig in die Hände. Pastoralassistent Berthold Keßler registrierte das mit Wohlwollen, freute sich, dass die Leute gut drauf waren und leitete gleich zur Frage über: Fasnachtsgottesdienst was ist das überhaupt? Der Seelsorger gab sich die Antwort gleich selbst und formulierte es so: Gott wird gefeiert mit seiner Liebe und Treue, die die Menschen zusammenführen will. Fasnacht bedeute ganz einfach: Alle machen mit. Nicht verwunderlich, dass beim folgenden Mottolied alle Hände in die Luft gestreckt wurden und sich gemäss Text und Musik bewegten.

 Drei junge Narren (Verena, Nikolaus und Fridolin Keßler) traten auf und erzählten von ihren Beschwernissen des Alltags und von ihren Träumen und Sehnsüchten. Das stiftete die Gemeinde an, selber über ihre Freuden, Bedürfnisse und Schwierigkeiten des Alltags nachzudenken. Alle wurden daraufhin eingeladen, den Luftballon, den sie an der Eingangstüre von den Firmanden erhielten, nach vorne zu bringen. Einem Spiegel nähertretend, brachten sie so symbolisch ihr Leben vor Gott.

Die Menschen können immer zu Gott kommen, selbst wenn in ihrem Leben etwas schief gelaufen ist, so die Aussage der Predigt von Pfarrer Markus Karau. Die Predigt nahm Bezug auf den Schrifttext aus der Bibel. Dort wurde ein Fest gefeiert, als der jüngere Sohn nach längerem Umherirren zum Vater zurückehrte. Markus Karau ermutigte, die Feste nicht erst zu feiern, wenn nach menschlichem Ermessen alles in der Ordnung ist. Die Menschen dürfen sich zu jeder Zeit freuen, sollen aber die Schwierigkeiten nicht unter den Teppich kehren. In gutem Umgang mit Fehlern und Schwächen und im Bewusstsein der Güte und Barmherzigkeit Gottes lässt es sich immer wieder gut feiern.

Diese Haltung kam im Gottesdienst sehr gut zum Ausdruck und war im ganzen Gottesdienst spürbar. Richtig förderlich in dieser Beziehung war, wie sich die Chinzhaldeschränzer in den Gottesdienst eingeschwungen haben, mit ihren Rhythmen für Stimmung sorgten, dann aber auch mal leisere Töne anschlugen und sogar ein Kirchenlied begleiteten. Die Organistin Sophie Lamberbourg spielte taktvoll und mit viel Ausdruck weitere Lieder auf dem Piano. Christina Keßler stimmte nach der Predigt den Schlager Bridge over troubled water an. All das waren Einladungen zum Mitmachen, sodass keiner vom Geschehen unberührt blieb.

 Mit Freude konnte also beobachtet werden, wie viele sich in den Gottesdienst eingebracht haben. Denn die Firmanden leisteten auch ihren Beitrag, trugen Fürbitten vor und hatten dabei die verschiedensten Anliegen der Menschen im Blick. Im Anschluss daran wurde das Vater-unser gebetet, bevor dann das Ende des Gottesdienstes eingeläutet wurde. Abermals hiess es die Hände zum Himmel. Die versammelte Gemeinde erhielt daraufhin den Segen, der die Buntheit des Lebens zur Sprache brachte. Die Chinzhaldeschränzer spielten noch einmal auf und geleiteten die Besucherinnen und Besucher nach draussen. Beim Verlassen der Kirche bekamen die Anwesenden ihre Ballons zurück als Zeichen dafür, dass sie ihre Sorgen und Freuden wieder mitnehmen, allerdings in der Gewissheit: Gott geht mit.

Vor dem Kirchgemeindezentrum warteten die Jugendlichen mit ihrem Fasnachtsbuffet, welches sie unter der Leitung von Jugendarbeiter Sandro Fiorilli aufgebaut hatten. Viele genossen die Liedinterpretationen der Guggemusik und das Essen und machten sich froh beschwingt auf den Weg in der Meinung einem etwas anderen Gottesdienst beigewohnt zu haben: Ein Gottesdienst nicht nur mit musikalischem Nachhall, da stimmungsstark und  gleichwohl klar in der Aussage. Fotos: zVg

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