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Frick

Rudolf Meyer Foto: zVg

(sw) Einen musikalischen Hochgenuss verspricht das traditionelle Bettagskonzert am Sonntag, 19.September, 17 Uhr, in der katholischen Kirche Peter und Paul mit Orgelkompositionen aus vier Jahrhunderten.

Das Konzert steht unter dem Thema «Brunnquell aller Gaben», lehnt sich damit an die gleichnamige «Partite diverse sopra» von Johann Sebastian Bach an. Das Stück ist auch an diesem Abend zu hören. Der international bekannte Organist Rudolf Meyer aus Winterthur wird Werke von Jan Pieterzoon Sweelinck (1562-1621), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Johann Sebastian Bach ( 1685-1750), Camille Saint-Saens (1835-1921) sowie Jehan Alain (1911-1940) auf der Orgel interpretieren. Rudolf Meyer komponiert selbst, berät Orgelbaufirmen, ist Dozent am Konservatorium Winterthur, erhielt 1987 den Carl-Heinrich-Ernst Kunstpreis.
Seit 2008 werden jährlich Bettagskonzerte in der Katholischen Kirche Frick angeboten, stets ein kleines Fest für die Sinne. Der eidgenössische Dank, Buss-und Bettag wird in der Schweiz jährlich am dritten Sonntag im September gefeiert. Es ist ein überkonfessionell politischer Feiertag, der alle christlichen Kirchen und die israelische Kultusgemeinde einbindet. Er hat Tradition seit dem Spätmittelalter im Alpenland, erstmals begangen am 17.September 1797. Besondere Bedeutung erhielt er ab 1848 mit der Gründung des Schweizer Bundesstaates. Der Buss-und Bettag soll als überkonfessionelles Fest den Respekt auch vor Andersdenkenden fördern, mit aktuell gesellschaftlichen Themen ausgestaltet werden, den hektischen Alltag ein wenig unterbrechen, Anstoss geben zu Dankbarkeit, sich besinnen auf gemeinsame Werte, Orientierungspunkte aufzeigen.
Vom bekannten Komponisten Jan Pieterzoon Sweelinck, der an der Schwelle von der Renaissance zum Barock stand, ist am Bettagskontert die «Fantasia chromatica» zu hören, ein ungebunden improvisatorisches Stück, das sehr meisterlich die niederländische Vocalpolyphonie zum Ausdruck bringt. Wolfgang Amadeus Mozart spielte nicht nur selbst sehr erfolgreich auf der Orgel, er schrieb auch Stücke für diese Instrument, verband das scheinbar Leichte mit dem äusserst Anspruchsvollen. Im Psalm 12 «Ach Gott, vom Himmel, sieh darein» vertonte er den Gesang der zwei Geharnischten in seiner märchenhaften «Zauberflöte».
Johann Sebastian Bach beeindruckt in»Praeludium und Fuga h-moll«BWV 544 elegant, harmonisch und mit grosser Virtualität, vom französischen Komponisten der Romantik, Camille Saint-Saens, dürfen die Besucher die «Fantaisie I Es-Dur» geniessen, ruhig zu Beginn, jubilierend im zweiten Teil. Der Franzose Jehan Alain wurde bekannt durch seine zahlreichen Werke für Orgel. Als Nachklang zur klösterlichen Complet komponierte er 1930 das wunderbare Postlude. Alain verstarb sehr jung als Soldat bei einem Gefecht im zweiten Weltkrieg. Trotzdem hinterliess er ein recht umfangreiches Schaffen, das teils beeinflusst ist von fernöstlicher Musik und vom Jazz.

Bild: Rudolf Meyer Foto: zVg
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