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Soku-Garten mit Migranten in FrickDer SoKuGarten Frick ist in seine dritte Saison gestartet. Su Freytag, welche schon die ReparierBar in Frick initiierte, hat das Gemeinschaftsgartenprojekt 2016 lanciert und hilft so Migranten gleich in verschiedenen Belangen: Sie werden mit der Schweizer Kultur vertraut, lernen Deutsch und eignen sich wertvolle Kenntnisse über Gemüse- und Gartenbau an. Unterstützt wird Su Freytag dabei von einem kleinen Helferteam, das zusammen mit ihr auch über den Winter, wenn der Garten brach liegt, verschiedene Kurse im SoKu-Bauwagen anbietet.


SONJA FASLER HÜBNER

Alles begann im März 2016 in einem Privatgarten am Juraweg in Frick. Allerdings blieb es bei der einen Saison, denn nicht alle Nachbarn im Wohnquartier freuten sich darüber, dass im angrenzenden Garten Asylbewerber Gemüse anpflanzten und dort Zeit verbrachten. Der Lärm habe gestört, sagt Su Freytag. Die Soziokulturelle Animatorin aus Gallenkirch, die mit dem niederschwelligen Angebot direkt etwas für die Migranten tun wollte, stand also vor der schwierigen Aufgabe, einen neuen Standort für den SoKuGarten zu finden. Hilfe erhielt sie von der Firma ArboVitis, welche dem SoKuGarten-Projekt ein Wiesland-Grundstück an der Industriestrasse (schräg vis-à-vis des MBF-Feldhofs) zur Verfügung stellte.
Zweite Saison an der Industriestrasse
Der neue Standort ist ideal. Hier werden keine unmittelbaren Nachbarn gestört. Und durch den Publikumsverkehr zwischen Dorf und A3-Center können auch Kontakte entstehen. «Mittlerweile grüs-sen uns sogar die meisten. Auch diejenigen, die zuerst kritisch waren oder schimpften», sagt Su Freytag schmunzelnd.
Im April hat hier die zweite Gartensaison begonnen. Zwischen den blühenden Obstbäumen laufen die Gartenarbeiten auf Hochtouren. In einigen Beeten grünt und spriesst es bereits. Der rund 150 Quadratmeter grosse Garten ist von Schneckenzäunen umgeben, welche das FiBL dem SoKuGarten schenkte. Auf dem hufeisenförmigen Erdwall um den Brunnen blühen Blumen und wachsen Kräuter. Rechts am Rand blüht Gemüse für die eigene Samenproduktion. Im Garten wird gehackt, gejätet und gegossen. Unterstützt wird Su Freytag von einem fünfköpfigen Team, das sich gerne für die Migranten einsetzt.
Im Garten wird von Dienstag bis Donnerstag und gelegentlich samstags jeweils von 9 bis 12 Uhr gearbeitet. Der Samstag sei vor allem ein Bedürfnis der Migranten, die Familie hätten, damit sie ihren Frauen und Kindern zeigen könnten, was sie im Garten arbeiten oder gelernt hätten, sagt Su Freytag. Der Gemüseanbau erfolgt nach klaren Grundsätzen wie beispielsweise Fruchtfolge und nach den strengen Regeln der Bioknospe. Gegossen wird nur punktuell. Ein Drittel der Pflanzen wird selbst aus Samen gezogen oder stammt von der Pflanztauschbörse. Der Meck-Biomarkt spendet seine überzähligen Setzlinge, und ein weiteres Drittel wird zugekauft.
Zurzeit sind es sechs Migranten, die regelmässig im Garten mit anpacken. Vier stammen aus Afghanistan, einer aus Somalia und einer aus Portugal. Zwei von ihnen wohnen mit ihren Familien in umliegenden Gemeinden, zwei wohnen in der kantonalen Asylunterkunft in unmittelbarer Nähe. In ihrer Heimat arbeiteten die Männer als Schreiner, Handymechaniker, Primarlehrer, Paellakoch oder waren noch Schüler. Von Gartenarbeit hatten sie bis anhin keine Ahnung. Dass sie sich aufgrund ihrer kulturellen Herkunft von einer emanzipierten Frau anleiten lassen, ist nicht selbstverständlich. Aber Su Freytag trifft ganz offensichtlich den richtigen Ton. Sie versuche etwas der fremden Kultur anzunehmen und nehme Rücksicht darauf. Im Gegenzug müssten die Männer lernen, sich etwas von ihr sagen zu lassen. Eine Balance von Geben und Nehmen. Die Ernte wird, wie es sich für einen Gemeinschaftsgarten gehört, am Schluss redlich unter allen verteilt. Oder es wird auch mal etwas verkauft.
Su Freytag freut sich an den Fortschritten, welche die einzelnen machen. Einen 20-jährigen Afghanen habe es richtig «gepackt». Er betreue gerne die Blumen beim Brunnen und gehe regelmässig die Pflanzen giessen. Der junge Mann, der vor zwei Jahren als Analphabet in die Schweiz kam, lernt fleissig Schreiben und könne mittlerweile ganz gut Deutsch.
LernMobil im Soku-GartenBauwagen als «LernMobil»
Eine Neuerung im SoKuGarten, die letztes Jahr hinzukam, ist ein ausrangierter Bauwagen vom Werkhof, welcher gegenüber auf der anderen Strassenseite steht. Das sogenannte LernMobil dient als Znüniraum, als Küche, als Samen-Koordination und für Schulungsmaterial. Die Migranten und das Begleitungsteam haben dort auch ein geschütztes Plätzchen, wenn es mal regnet. Allerdings war leider das Dach des Wagens nicht dicht, sodass es mehrmals hineinregnete. Innenwände und Isolation wurden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen. Zurzeit schützt eine gelbe Plache das Dach, welches in absehbarer Zeit ersetzt werden muss.
Auch über den Winter liessen Su Freytag und ihr Team den Kontakt zu den Migranten nicht abbrechen. Im LernMobil boten sie beispielsweise Deutsch-, Mathematik- und Gitarrenunterricht an. Und jetzt wird während der Pausen Deutsch und Gartentheorie geübt. Das LernMobil wäre allerdings noch ausbaubar, sinniert Su Freytag, die vor Ideen nur so sprüht. Woher nimmt sie nur die Motivation für ihr Engagement? Nach einer überstandenen Krebserkrankung leidet sie am Fatigue-Syndrom, wird also von chronischen Erschöpfungszuständen geplagt. Nur die Hände in den Schoss zu legen und nichts mehr zu tun, ist aber nicht ihr Ding. Zudem erfuhr sie als Kind von Eltern deutscher Staatsbürgerschaft in Chur, wo sie aufwuchs, selber Ablehnung und Ausgrenzung.
Wissen kann einem niemand nehmen
Su Freytag betreute schon früher Gartenprojekte für Menschen mit psychischer Beinträchtigung oder geistiger Behinderung. Gärtnern sei ihre Leidenschaft und sie brauche viel Tageslicht, sagt die 53-Jährige. «Mir ist es zuwider, allein in einem Garten zu arbeiten. Zudem gebe ich gerne mein Wissen weiter. Kinder habe ich keine, warum dann nicht an Migranten?», sagt Su Freytag. «Das hier erworbene Wissen kann ihnen niemand mehr nehmen und sie können es überall gebrauchen, auch falls sie eines Tages wieder zurückgeschafft würden.» Die Leute müssten ihrer Meinung nach wieder lernen, dass man auch ohne Strom und fliessendes Wasser existieren könne. Einen Garten zu bewirtschaften, sei eine Möglichkeit zu überleben – überall auf der Welt.
Nicht nur weitere Migranten, sondern auch helfende Hände aus der hiesigen Bevölkerung sind im SoKuGarten stets willkommen. Gartenkenntnisse oder handwerkliche Fähigkeiten (Bauwagen restaurieren) sind sicher von Vorteil, aber grundsätzlich brauche es keine besonderen Kenntnisse. Auch Leute, die ihr Wissen im LernMobil weitergeben können, sind erwünscht. «Es gibt für jeden etwas zu tun», sagt Su Freytag. Auch wenn jemand ein (fleischloses) Znüni vorbeibringen wolle. Informationen gibt sie gerne unter Tel. 079 889 71 56 oder
www.sokugarten-frick.ch

Bilder:
- Su Freytag (mit Hut) und Helferin Pasquale Korner (links) mit vier Migranten, die regelmässig im SoKuGarten arbeiten.
- Ein ausgedienter Bauwagen dient als «LernMobil».
(Fotos: Sonja Fasler Hübner)

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