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Stein

(cs) Am Sonntag, 8. September, traf sich eine kleine Gruppe des Theatervereins Stein um halb neun vor dem Saalbau, um gemeinsam zur Vereinsreise aufzubrechen. Dieses Jahr ging es mit dem Car nach Einsiedeln, wo eine Milchmanufaktur besucht wurde. Nachfolgend ein Reisebericht:

«In Einsiedeln angekommen, imponierten zuerst die drei riesigen Skisprungschanzen, welche – zur Freude der einen und zum Leid der anderen – nicht Teil des Programms waren. Danach ging es zur Milchmanufaktur. Bevor wir zum ersten Programmpunkt – dem selber Käsen – aufbrachen, stärkten wir uns mit einem Kaffee. Auf dem Weg in die Käserei der Manufaktur erhielten wir viele Informationen zu Milch, Käse und der Manufaktur selber. Die Milchmanufaktur wurde 2012 mit dem Ziel einer einheimischen Milchverarbeitung gegründet. Drei Jahre später öffnete die Milchmanufaktur mit einer grossen Eröffnungsfeier ihre Tore und zwischenzeitlich bieten sie jährlich knapp 800 Führungen an. Wir erfuhren auch, dass jeden zweiten Tag die eindrückliche Menge von 6000 Liter Milch von regionalen Bauern in die Manufaktur geliefert wird und dass nur etwa 10% der für die Käseproduktion verwendeten Milch tatsächlich als Käse endet. Zudem erfuhren wir, wie Käse hergestellt wird, aus welchen Zutaten er besteht und welche Käsesorten sie in Einsiedeln hergestellt werden.

 Beim ‹selber Käsen› durften wir in einer nachgeahmten Alphütte unsere eigenen Bergmutschlis herstellen. Dies klingt einfacher als es ist. Neben dem, dass wir den Käse in einem vorgegeben Muster brechen mussten, sollten wir auch die Zeiten der einzelnen Produktionsschritte und die Temperatur des entstehenden Käses genau überwachen. In der aufgestellten Gruppe fand sich glücklicherweise stets jemand, der einen Arbeitsschritt übernahm und auch immer jemanden, der wusste, wie lange wir den Käse schon gebrochen hatten oder wie warm die Temperatur beim umrühren war. Ein Schmunzeln kam uns auch über die Lippen, als wir sahen, dass der Gashahn für die Erhitzung des Kupferkessels in einem Holzstapel eingelassen war, wie bei unseren Kulissen. Nach und nach erhielten wir weitere Informationen und somit auch neue Aufgaben. Als der Käse genügend oft gebrochen war und die richtige Temperatur hatte, durften wir ihn traditionell mit einem Abtropftuch aus dem Kupferkessel heben. Dies war gar nicht so leicht, denn die Käsemasse wog über 20 Kilogramm. Der von der Molke getrennte Käse wurde ich eine quadratische Form gepresst und in 16 gleich grosse Stücke geschnitten welche zu unseren Mutschlis weiterverarbeitet wurden. Die 16 Stücke wurden von Hand abgerundet und in eine runde Form gegeben. Bevor diese geschlossen und gepresst wurden, musste aus Qualitätszwecken ein Siegel darauf gelegt werden. Dieses Siegel enthält das Herstellerdatum, die Seriennummer des Käses und in unserem Fall ein ‹T› welches für Theaterverein steht. Während es für unsere Mutschlis nun weiter in ein Salzbad und schliesslich zum Reifen ging, ging es für uns ins Restaurant der Milchmanufaktur zum Mittagessen.

 Es gab Raclette und es war für alle etwas dabei. Neben normalem Raclettekäse gab es solchen mit Chili, mit Speck, mit Pfeffer oder Kräutern. Alle genossen das Büffet und im Saal wurde es langsam ruhiger.
Nach dem gemütlichen Mittagessen ging es weiter auf einen Rundgang durch die Manufaktur. Dort erfuhren wir weitere spannende Dinge; wie der Käse und auch das Jogurt der Manufaktur hergestellt werden und was der Unterschied zwischen Heumilch und Bergmilch ist. Ausserdem wurde uns erklärt, was an der Mozzarellaherstellung im Vergleich zu ‹normalem› Käse anders ist und welcher Käse die längste Reifezeit hat. Allein am Duft in den einzelnen Räumen erkannte man, in welchem Stadium der Käseherstellung man sich gegenwärtig befand. So roch es bei den grossen Heizkesseln noch eher harmlos im Gegensatz zum Geruch im Raum mit dem Salzbad. Besonders eindrücklich war der Fakt, dass das Wasser im Salzbad seit der Eröffnung der Milchmanufaktur noch nie gewechselt wurde und dies auch nicht üblich sei, weil genau dies einem Käse seinen einzigartigen Geschmack verleiht. Zu guter Letzt landeten wir vor der Reifekammer, aus der uns ein intensiver Ammoniak-Geruch entgegen kam und in welcher all die einzelnen Käse für den Reifeprozess gestapelt waren. Dort den Überblick zu behalten ist eine Kunst für sich.

 Nach unserer Führung durften wir uns zum Abschluss durch die einzelnen Joghurtsorten der Milchmanufaktur probieren, welche alle vorzüglich schmeckten. Bevor es mit dem Car zurück nach Stein ging, bekamen wir die Möglichkeit die Köstlichkeiten aus der Milchmanufaktur, wie Käse, Joghurt oder Molke im Shop einzukaufen und so ein Stück Zentralschweiz ins Fricktal zu bringen.»

 

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