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Wallbach

(gw) Nach 5 Jahren war es wieder so weit. Das «Klassentreffen» des Jahrgangs 1949 stand dieses Jahr wieder auf der Agenda. Immerhin haben sie sieben Jahrzehnte hinter sich, und alle sind noch immer - mehr oder weniger - in einem erfüllten Leben kreativ und aktiv tätig.

Die Klasse traf sich Mitte Oktober zu einem gemütlichen Willkommens-Apero, mit anschliessendem Mittagessen. Natürlich gab es  alte Erinnerungen auszutauschen und «News» zu erfahren. Wie bei jeder Zusammenkunft wurde nach dem Mittagessen wiederum eine Führung in der Umgebung organisiert. Dieses Mal stand ein Betrieb im Fokus, der aktueller nicht sein könnte.

Punkt 14 Uhr wurdeman im «Pavillon» der BIOPOWER-Anlage in Pratteln von «Guide» Nadja Hänggi erwartet. Sie führte alle - trotz Regen - durch die ganze Anlage und erklärte im Detail und ausführlich den Produktionsablauf der ganzen Anlage:

Die BIOPOWER Nordwestschweiz AG ist eine sogenannte «Feststoffvergärunganlage».  Hier wird ein grosser Teil der gesammelten Grüngutabfälle der NW-Schweiz (BS, BL und Fricktal) angeliefert und verwertet. Die Leureko AG, Laufenburg, ist Pächterin und Betreiberin der Biopower-Anlage Pratteln. Hauptaktionäre sind u.a. die IWB, EBL und EBM. In Betrieb genommen wurde die Anlage 2006 und ist seit 2009 immer voll ausgelastet. Betriebsablauf: Nach einer Kontrolle auf Fremdstoffe kommt das Grüngut in einen «Schredder» wo es zerkleinert, anschliessend befeuchtet und erhitzt wird. Danach gelangt es in den «Gärreaktor». wo das Substrat ca. 14 Tage lang immer durchmischt und bei einer konstanten Temperatur von 55 Grad und unter Ausschluss von Sauerstoff abgebaut wird. Methanbakterien zersetzen die Biomasse, aus der dann Biogas und Humus als Endprodukt entsteht. Selbstverständlich muss das Biogas und auch der Humus noch Nachbehandelt werden. Danach kann das Biogas als wertvoller Energieträger in das bestehende Gasnetz eingespeist werden. Ebenso kann der Humus wieder als wertvoller Biodünger auf unsere Felder und Gärten ausgetragen werden. Die Pflanzen danken es uns dann mit wertvollem Biogemüse. So schliesst sich ein biologischer Kreislauf wieder und der ganze «Mist!» -sprich Kreislauf- beginnt wieder von vorne.

Zum Abschluss noch einige interessante Kennzahlen aus der Anlage: Pro Jahr werden rund 15'000 Tonnen Bioabfälle aus Haushalt, Landschaftspflege, der Lebensmittelindustrie und der Gastronomie angeliefert. Bei der Vergärung wird im Jahr rund 1.8.Millionen m3 Biogas produziert. Auch 8000 Tonnen Kompost in unterschiedlicher Güte. Dieser wird wiederum an Gärtnerei- Pflanzenzucht- und Landwirtschaftsbetriebe abgegeben als wertvoller Biodünger. Die Energiebilanz von dem so produzierten Methangas (Biogas) entspricht etwa 10`440`000 kWh pro Jahr. Dabei muss noch der eigene Energiebedarf der Anlage von 1`311`000 kWh abgezogen werden. Das ergibt dann einen Energieüberschuss von 9`129`000 kWh pro Jahr. Umgerechnet kann mit dem Biogas ca. 1 Million Liter fossiler Fahrzeugtreibstoff (Benzin/ Diesel) eingespart werden. Das entspricht auch einer Einsparung von 1`200 Tonnen CO2.

Diese Zahlen sprechen für sich. Ist es doch ein gewichtiger Beitrag an unsere Umwelt und das Sammeln und Trennen aller Rohstoffe, aber auch Abfälle - wie in diesem Fall - macht Sinn.

Bild: Klassentreffen mit Führung in der Biogasanlage. Foto: G. Wunderlin

 

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