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Mumpf

Foto: zVg

Zehn Jahre waren vergangen, seit dem die Mumpfer Pontoniere die letzte Fernfahrt durchgeführt hatten. Und so wäre es im 2020 an der Zeit gewesen, wiederum Kroatien unsicher zu machen. Doch wie viele andere mussten auch die Mumpfer Pontoniere – aus bekannten Gründen – ihren Vereinsausflug auf 2021 verschieben. So starteten sie nun am Freitag, 27. August, um 3.20 Uhr die Reise per Car in Richtung EuroAirport, wo der Flieger nach Split schon auf sie wartete.  Nachfolgend ein ausführicher Reisebericht:

Am ersten Tag stand die Erkundung Splits auf dem Programm – die Altstadt lud richtiggehend zum Verweilen ein und auch das regnerische Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch. Für Unterhaltung der Touristen durch die Pontoniere war gesorgt und so wurden schon in den ersten Stunden diverse lustige Geschichten geschrieben.
Der Morgen danach war dementsprechend für gewisse Teilnehmer etwas härter, doch mit der Vorfreude auf das Schiff, welches bereits im Hafen von Trogir auf die Mumpfer wartete, verflogen auch die letzten Kopfschmerzen. In Trogir angekommen, durften sie live miterleben wie Gepäck-Tetris auf einem Gummiboot fabriziert wird, doch zum Glück schafften es alle Taschen/Koffer auf unser Schiff – die Azzorro.

Foto: zVgNach dem Zimmerbezug, welche wie eine Rangverkündigung gefeiert wurde, und einer kurzen Begrüssung unserer Crew, stachen wir endlich in See. Singend verliessen die Mumpfer Pontoniere den Hafen von Trogir und manch einer an der Promenade liess sich dieses Schauspiel nicht entgehen. Die erste Etappe führte uns zur Insel Brac, für den ersten Bade-Halt der Tour. Kaum war der Anker gesetzt, hiess es «Badehängematte» mit Luft befüllen und eine möglichst entspannende Position im Wasser finden. 30 Pontoniere mit einem Getränk in der Hand im Wasser - ein Bild für die Götter. Kulinarisch war die Küchencrew für unser leibliches Wohl zuständig und so wurden wir am Morgen, Mittag und am Abend immer wieder aufs Neue mit allerlei Spezialität bekocht. Die erste Nacht auf dem schaukelnden Schiff hinterliess dann doch beim einen (oder vielleicht auch anderen) Spuren und so musste sich jeder zuerst ein wenig an die neue Umgebung gewöhnen und dass sich der Boden auch ohne Einfluss von alkoholischen Getränken stetig bewegte. Ziel der Reiseleitung (Phil Jegge und Peter Hirzel) war es, stets allen eine unbeschwerte Reise ermöglichen zu können, und ausserdem, dass auch alle 30 Gestarteten wieder den Weg nach Mumpf finden. Nun ja, am ersten Hafen wäre dieses Ziel beinahe schon in weite Ferne gerückt, so wurde unser «Schiffs-Pfau» (Name der Redaktion bekannt) am Hafen vergessen und der Captain musste bei starkem Seitenwind nochmals ein Anlegemanöver durchführen, um die Truppe wieder zu komplettieren.

Foto: zVgDie nächste Etappe führte uns nach Jelsa auf der Insel Hvar. Dort feierten die Einheimische bei unserer Ankunft ein Weinfest, bei welchem diverse lokale Winzer ihre Weine zur Degustation anboten, was doch von einigen Pontonieren geschätzt und genutzt wurde. Manch eine Gesangsdarbietung von uns wird auch da in Erinnerung bleiben und hallte noch (zu) tief in der Nacht durch den Hafen.
Die folgenden Tage wurden mit Jassen, Faulenzen, Baden und guten Gesprächen verbracht, währendem der Kapitän immer wieder aufs neue traumhafte Buchten ansteuerte. Der Sprung vom über 10 Meter hohen Schiffsdach war dabei immer wieder eine Herausforderung und manch einer musste am Abend einen etwas besser gepolsterten Stuhl aufsuchen, um schmerzfrei sitzen zu können.

Stadt Hvar – ein Highlight
Ein Highlight auf der Reise war definitiv die Stadt Hvar auf der gleichnamigen Insel. Dieser idyllische Ort wird auch St. Tropez von Kroatien genannt und die Schiffe im Hafen liessen definitiv auch auf eine solche Ortschaft schliessen. Nur, in diesen Hafen zu kommen, war an diesem Tag die grösste Herausforderung, denn ein doch relativ heftiger Seegang brachte ordentlich Action aufs Schiff und so war nach fast einer Stunde auf stürmischer See jeder froh, den Hafen erreicht zu haben. Die nächste Challenge stand dabei erst noch bevor – als Schiff Nummer 6 mussten insgesamt 5 weitere Schiffe durchquert werden, bis man festen Boden unter den Füssen hatte. Bei der Heimkehr war somit auch zählen angesagt, da wir die Nummer 6 von 11 Schiffen waren, und es musste doch eine gewisse Zurechnungsfähigkeit noch gegeben sein, um die Richtige Kajüte zu finden, was glücklicherweise schlussendlich allen gelang.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Captain‘s-Dinner. Nach einer kurzen Ansprache vom Kapitän wurde uns ein weiteres Mal ein 3-Gänger serviert und natürlich durfte auch der Slivovitz (einheimischer Schnaps) zum Abschluss nicht fehlen. Nach dem Essen lud die Crew uns noch zu einem Drink in der Lounge ein, was einen weiteren tosenden Applaus mit sich brachte. Die Stimmung war super und in der Euphorie gestattete der Kapitän sogar einem der Reiseleiter, am nächsten Morgen das 42 Meter lange Schiff aus dem Hafen zu manövrieren.
So wurde die Hafenausfahrt am nächsten Tag zum Nerven- und Geduldsspiel. Nach einer kurzen Sicherheitsinformation über die Lautsprecher war jedem bewusst, dass die Schwimmweste griffbereit sein sollte (oder gar schon getragen wurde). Doch mit vereinten Kräften und einem tiefenentspannten Kapitän als Befehlsgeber steuerte die Azzurro souverän aufs Meer hinaus.
Langsam stand die Rückreise nach Trogir an und so wurde auch die Hafeneinfahrt nochmals richtig zelebriert. Singend und winkend bahnte sich das Schiff mit den Pontonieren den Weg an seinen letzten Nachtplatz – direkt an der Promenade von Trogir. Die Zeit bis zum Nachtessen wurde mit dem Erkunden der unglaublich schönen Altstadt oder bei der «Nasen-Kontrolle» im Covid-Center verbracht. Ein letztes Mal erklang um Punkt 19 Uhr die Schiffsglocke der Crew, welche jeweils die Aufforderung zum Platznehmen im Essenssaal ankündete und so füllte sich der Saal auch dementsprechend zügig.
Nach einer solch sensationellen Woche fiel es uns, wie auch der Crew, schon etwas schwer, Abschied zu nehmen. Doch die Erinnerungen werden bleiben und so nützten viele (nach einer weiteren kurzen Nacht) den Heimflug, um die Woche Revue passieren zu lassen. Am Flughafen in Basel wartete wiederum ein Car auf die Reisegruppe und zur Überraschung aller standen in Mumpf die Liebsten bei der Einfahrt ihrer Seefahrer mit Plakaten und Schutzmasken Spalier. So fand eine grandiose Reise ihren würdigen Abschluss und die Vorfreude auf die nächste grosse Reise in 10 Jahren war bereits spürbar.

Phil Jegge & Peter Burkhard

Bewertung: 5 / 5

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