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Zuzgen

Zuzgen ist bekannt als Dorf der schönen Kirchen. So soll es auch bleiben. – In der Tat, sie ist ein Schmuckstück, die röm.-kath. Pfarrkirche St. Georg, und zudem eine der wenigen neugotischen Sakralbauten im Kanton, die noch über ihre gesamte bauzeitliche Ausstattung verfügt. 

MARIANNE VETTER

Hierzu gehören neben der originalen Farbigkeit und den kostbaren Glasmalereien auch das liturgische Mobiliar mit drei reich geschnitzten Altären und der Kanzel.

 Seit rund einem Monat laufen in der Kirche St. Georg umfassende Reinigungsarbeiten. «Nur 17 Jahre nach der letzten Renovation haben sich die weissen Wände und Decken wieder stark dunkel verfärbt», erzählt Klaus Hollinger, Präsident der Kirchenpflege. Schmutz, der sich an Wänden und vor allem in den oberen Bereichen der Ecken ansammelt. Staub-, Kerzenruss- und andere Schmutzpartikel, die durch Luftzug aufgewirbelt werden, bleiben an den Wänden haften. Schwankungen bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit tragen massgeblich zur Beschleunigung dieses Prozesses bei. 

Seit einigen Wochen wird der Innenraum nun Zentimeter und Zentimeter durch eine Fachfirma gereinigt. Durchgeführt wird die sogenannte Trocken-Feucht-Reinigung. Eine Reinigung, die mehrere Arbeitsgänge benötigt. Im ersten Schritt wird die Fläche mit einem Wedel oder Sauger von Staub und Spinnweben befreit, danach erfolgt die Trockenreinigung mit einem Latexschwamm. Im Anschluss wird die Fläche feucht abgewischt. Wo nötig, werden Risse ausgebessert.

Beim «Tag der offenen Baustelle» konnten sich die Besucher selbst ein Bild von der Arbeit der Restauratoren machen und sich aus erster Hand über das Phänomen der schnellen Kirchenverschmutzung informieren.

Durch sinnvolles und optimiertes Heizen werden Gebäude und Inneneinrichtung weniger strapaziert und das Budget bis zu 30 Prozent entlastet. Der kontinuierliche Temperaturanstieg pro Stunde sollte nicht mehr als 0,8 Grad Celsius betragen, so die Information der Fachfirma. Mit einer intelligenten Regelung der Heizung könne die Verschmutzung verringert werden. «Eine Wissenschaft für sich», so Klaus Hollinger, der sich intensiv mit den Problematiken der Kirchenverschmutzung auseinandersetzt. So sei auch da Abbrennen von Kerzen ein Thema, mit dem man sich derzeit befasse.

 Neben der umfassenden Reinigung werden in der Pfarrkirche St. Georg auch Schäden an den Glasfenstern repariert. Weiter erhält die Kirche eine neue Heizungs-Steuerung. Damit könne der Kirchenraum künftig langsam aufgeheizt werden, was wiederum Verunreinigungen reduziert.

Die Kirchenpflege hat für die Reinigung, Reparatur an den Glasfenstern sowie Modernisierung und Optimierung des Heiz- und Lüftungssystems 120 000 Franken budgetiert. Mit einer leichten Überschreitung des Budgets sei allerdings zu rechnen, da sich die Reinigungsarbeiten aufwändiger als gedacht gestalten. Ende Mai soll die Reinigung voraussichtlich abgeschlossen sein, Anfang Juni beginnt der Umbau der Steuerung. Läuft alles nach Plan, steht die Pfarrkirche St. Georg ab 15. Juni wieder allen Besuchern in voller Pracht offen. 

Fotos: Marianne Vetter 
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