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Möhlin

Claudia Berther und Dr. Astrid Steinmetz (von links). Foto: zVg

(bk) Alzheimer und andere Demenzerkrankungen lassen niemanden unberührt. Um die Kommunikation und damit den Umgang mit Betroffenen zu fördern und zu stärken, fand in Möhlin ein Praxisseminar für Fachleute und Interessierte statt. Das Seminar im Pfarreizentrum Schallen wurde von Claudia Berther, Marte Meo Fricktal, organisiert.

Die Idee zum gemeinsamen Seminar mit Dr. Astrid Steinmetz war spontan vor einem halben Jahr entstanden und die Durchführung eine Premiere. Eine Gelegenheit für die Teilnehmerinnen, zwei Kommunikationsmethoden an einem Tag kennenzulernen. Mit beiden Methoden, Marte Meo und Kommunikation ohne Worte, wird aufgezeigt, wie mit Menschen wertschätzend umgegangen werden kann, die über Sprache (noch) nicht oder nicht mehr erreichbar sind. Beispielsweise, weil sie die Sprache durch eine Demenzerkrankung am Verlieren sind oder der Sprachgebrauch durch Entwicklungsbeeinträchtigungen nicht oder noch nicht genügend vorhanden ist.

Die Referentinnen
Berther arbeitet seit 2006 in der Erwachsenenbildung und Beratung mit der Marte-Meo-Methode. Sie ist Autorin eines Fachbuchs und wird von Institutionen aus der ganzen Schweiz beigezogen. Dr. Steinmetz ist Begründerin von Kommunikation ohne Worte KoW mit Sitz in Potsdam und referierte als zweite Fachperson. Sie ist seit über 20 Jahren in der therapeutischen Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden tätig und als Trainerin für Kommunikation ohne Worte im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs. Auch sie publiziert regelmässig Fachartikel.

«Vergrösserungsglas für Ressourcen»
Als erstes gab Berther einen Einblick in die von ihr unterrichtete videobasierte Marte-Meo-Methode. Sie nennt sie auch «ein Vergrösserungsglas für Ressourcen». Dabei werden kurze Videoaufzeichnungen gemacht von alltäglichen Abläufen zwischen Pflegenden, Betreuenden oder Pädagogen und Betroffenen. Die Aufnahmen werden nach der Auswertung gemeinsam mit den Fachkräften angeschaut. Dabei richtet sich der Fokus nicht auf die Defizite, sondern auf alles Gelingende. Dank den Aufnahmen können auch kleinste Kommunikationsbausteine wahrgenommen und darauf aufgebaut werden. Die kleinen positiven Momente werden im oft hektischen Alltag leicht übersehen. Wie wertvoll Aufnahmen sein können, wurde dank einiger gezeigter Fallbeispiele deutlich.

Nonverbale Signale nutzen
Dr. Steinmetz, die zweite Referentin, hat sich ganz der nonverbalen Kommunikation verschrieben. Alle Menschen kommen suchend nach Verbundenheit auf die Welt. Läuft die Entwicklung normal, stehen je länger je mehr interaktive Möglichkeiten zur Verfügung. Gesunde Menschen nutzen diese intuitiv. Bis zu 20 000 nonverbale Signale pro Minute passieren rund um einen Menschen herum, unter anderem durch Mimik, Gestik, Berührung, Blickkontakt, Geruch, räumlichen Abstand und vielen weiteren Dingen. Zu erkennen und aufzuzeigen, was davon und wie genutzt werden kann im Umgang mit beeinträchtigten Menschen, dafür setzt sich Steinmetz ein.

Praktische Übungen
Nebst den Videosequenzen, die am Seminar gezeigt wurden, lag ein weiterer Schwerpunkt auf den praktischen Übungen. Für einmal in die Rolle einer Person zu schlüpfen, die nicht mehr über die Sprache erreicht werden kann, eröffnete auch Teilnehmerinnen, die schon länger in der Pflege und Betreuung tätig sind, neue Erkenntnisse. Eine davon ist, zu erkennen, dass man eine Situation oder eine Reaktion schnell als Ablehnung deutet und entsprechend darauf reagiert. Das hat aber mehr mit einem selber zu tun, als mit der zu betreuenden Person. Wichtig ist, zu versuchen, die Botschaft hinter dem Verhalten rauszufinden.
Ein weiterer Vorteil der Marte-Meo-Methode ist, dass sie sich auch eignet für die Arbeit mit Kindern. Nicht alle Kinder haben die gleich guten Startbedingungen. Kinder, die nicht gelernt haben, zu spielen, zu teilen, sich auszudrücken, stossen bei anderen Kindern auf Ablehnung und werden noch mehr ausgegrenzt. Hier kann ein rechtzeitiges Unterstützungsangebot hilfreich sein. Es gibt immer Momente und Dinge, die gelingen.

Kontakt-Brücken
Damit die Seminarbesucherinnen, die aus der ganzen Schweiz angereist waren, möglichst viel Wissenswertes in ihren Alltag mitnehmen konnten, wurde nur eine kurze Mittagspause eingelegt. Dr. Steinmetz erläuterte in einem weiteren Theorieteil, wie das Kompetenzniveau einer zu betreuenden Person ermittelt werden kann. Sie zeigte auf, wie sie dabei von «abstrakt» bis zu «konkret-leiblich» vorgeht. Ebenfalls führte sie aus, wie Kontakt-Brücken gebaut werden können. Abschliessend wurde in praktischen Übungen nochmals intensiv trainiert.
Viele Wege können zum Ziel führen, mit in sich zurückgezogenen Menschen in Kontakt zu kommen und sie spüren zu lassen, dass sie wahrgenommen werden. Ein paar mehr Werkzeuge dazu wurden den Teilnehmerinnen mit auf den Weg gegeben.

Bild: Claudia Berther und Dr. Astrid Steinmetz (von links). Foto: zVg
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