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Möhlin

(eing.) Mehr als 600 Wildbienenarten sind in der Schweiz beheimatet. Doch fast die Hälfte gilt als bedroht. Viele davon sind Nahrungsspezialisten. Das heisst, sie sind von wenigen oder sogar von nur einer Pflanzengattung abhängig. Durch die Landwirtschaft, Mähroboter in Privatgärten und immer mehr verbaute Flächen geht ihnen das Futter aus. 

Dabei sind diese friedliebenden Insekten sowohl für das Ökosystem als auch für uns Menschen von herausragender Bedeutung: Sie leisten sehr viel Bestäubungsarbeit - viel mehr als Honigbienen.

Auch in Möhlin und Umgebung leben bedrohte Wildbienen
Eine Stiftung gibt nun erstmals der Bevölkerung die Möglichkeit, diese bedrohten Arten lokal und sehr gezielt zu unterstützen. Dazu sammelt sie Daten über Wildbienen Populationen und trägt diese auf einer öffentlich zugänglichen Karte ein. Die Datenerhebungen werden meist von den Gemeinden in Auftrag gegeben; so kommen stetig neue Orte hinzu. Möhlin und Umgebung ist neben Basel, Zürich, Zug und wenigen anderen bereits eingetragen. 

Einfacher geht nicht!
Mit nur drei Angaben auf der Website FuturePlanter.ch kann ab sofort jede und jeder herausfinden, welche bedrohten Wildbienen bei sich vorkommen und "seine" Wildbienen fördern. Die Website generiert dazu einen Vorschlag für die passenden einheimischen Futterpflanzen, die man über den Online-Shop bestellen kann. 

Das Fricktal ist (noch) ein blinder Fleck
Wenn auf der Website von FuturePlanter noch keine Bienendaten auf der Karte eingetragen sind, wird ein Pflanzenvorschlag gemacht, der breiter auf bedrohte Wildbienen ausgerichtet ist. Wie erwähnt, wächst unser Wissen über die Orte an denen Wildbienen leben stetig. 

Wenn ein Ort also nicht auf der Karte erscheint, bedeutet das nicht automatisch, dass zum Beispiel in Kaiseraugst, Zuzgen oder Eiken keine Wildbienen leben. Daher ist es sinnvoll, dort eine etwas breiter ausgerichtete Pflanzenauswahl zu setzen. 

Damit immer die richtigen schweizer Wildpflanzen verfügbar sind (viele davon finden Sie nicht in den Regalen der gängigen Einkaufsläden), führt die Stiftung eine eigene Gärtnerei. Geliefert wird per die Post.

So kann jeder Balkon, jeder Garten und jedes Blumenkistli zu einer Startrampe für ein schönes, farbenfrohes, zukunftsorientiertes biodiverses Dorf- und Stadtleben werden. Das gleiche gilt selbstverständlich für Firmen- und Gemeindeareale. 

Was viele Menschen nicht wissen
75% der Wildbienenarten nisten im Boden
50% gehören zu den bedrohten Arten
Die allermeisten sind Solitärwesen, leben nicht in Schwärmen 
Sie produzieren keinen Honig, den sie verteidigen müssten 
Wildbienen sind sehr friedliebend
Ihre Stachel können menschliche Haut kaum durchdringen
Sie leisten bis zu 300% mehr Bestäubungsarbeit als Honigbienen

Aus einigen dieser Gründe fallen diese wichtigen und arbeitsamen Tiere wohl weniger auf. Umso mehr sollten wir unser Augenmerk auf sie richten. Wenn wir nämlich unseren bedrohten schweizer Wildbienen nichts auf den Teller bringen, wird es uns mit der Zeit ähnlich ergehen.  FuturePlanter.ch ist ein Biodiversitätsprojekt der Stiftung Green-Advance. Das Projekt wird von anderen Stiftungen wie z.B. der Merian Stiftung und der Stiftung Dreiklang sowie von Kantonen unterstützt. 

Mehr Infos unter www.futureplanter.chwww.green-advance.org

Foto: zVg

 

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