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Möhlin

Möhlin fiebert dem 27. Juni entgegen. Mit dem Ja und Nein der Stimmbürger bei der Sommer-Gemeindeversammlung steht und fällt eine ehrgeizige Schulraumplanung für die kommenden Jahre. Eine Arbeitsgruppe Schulraumplanung hat schon alles eingefädelt. Mehr als 20 Millionen Franken ist das Gesamtpaket schwer.
HANS CHRISTOF WAGNER


Bei Traktandum 6 wird Ende Juni die Nervosität von Gemeinderat und Schulvertretern wohl steigen, wenn ein Verpflichtungskredit zum Ergänzungsbau Steinli und ein Projektierungskredit zur Sanierung des Primar- und Bezirksschulhauses Fuchsrain zur Abstimmung kommen. 13 Millionen Franken sind für Steinli vorgesehen und 600 000 Franken dafür, ein Büro zu beauftragen, das herausfinden soll, was im Fuchsrain konkret alles zu tun ist, um das Gebäude auf den heutigen Stand zu bringen. «Nach heutigem Stand gehen wir davon aus, dass für die eigentliche Sanierung nochmals rund sieben Millionen Franken anfallen», sagt René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt der Gemeinde. Darüber werde der Souverän wohl Ende 2020 abstimmen.

Neun Seiten in der Botschaft
Schon jetzt ist die Materie komplex: neun Seiten umfasst die Orientierung für den Stimmbürger, damit dieser am 27. Juni hinreichend informiert ist. Für den zuständigen Gemeinderat Karl Eiermann Beweis dafür, dass Möhlin in Sachen Schulraumplanung es nicht an Transparenz fehlen lasse.
Und darum geht es: Am Schulhaus Steinli ist ein Ergänzungsbau geplant, damit dort ab dem Schuljahr 2021/22 alle Oberstufenschüler des Möhlintals Platz finden. Dort wäre dann, Real- und Sekundarschule sind schon dort, mit der Bez die gesamte Oberstufe konzentriert. Fuchsrain wird künftig nur noch Primarschulstandort sein.
Und hätte dann, weil das dortige Bez-Schulhaus frei würde, genug Platz für die aktuell 216 Kindergarten- und 797 Primarschulkinder. Auch ohne den inzwischen schon baufällig gewordenen, 30 Jahre alten Pavillon, der endlich abgerissen werden könnte, um einem grösseren Schulhof Platz zu machen. «Fuchsrain platzt aus allen Nähten», sagt Schulleiterin Priska Artico. Und: «Mit den heutigen Räumen können wir die Anforderungen an eine moderne Schule nicht erfüllen. Wir haben einen immensen Sanierungsbedarf.»

 «Anspruchsvoll, aber machbar»
Auch der Standort Steinli wird laut der dortigen Schulleiterin Astrid Zeiner diesen Anforderungen nicht mehr gerecht. So sind im Erweiterungsbau neben zehn Klassenzimmern, Aufenthalts- und Gruppenräume sowie Zimmer für Förderunterricht vorgesehen. Zeiner: «Auch Tagesstrukturen, welche das neue Betreuungsgesetz im Aargau vorschreibt, sind so möglich.»
Ein Architekten-Wettbewerb für den Ergänzungsbau hat stattgefunden. Und die Arbeitsgruppe hat unter fünf Entwürfen auch schon ein Siegerprojekt erkoren. Den Zuschlag bekam die Gross Generalunternehmung AG, Brugg, in Zusammenarbeit mit den Architekten Felber, Widmer, Schweizer in Aarau. Den Verantwortlichen gefiel daran vor allem die räumliche Flexibilität und die Einbindung des Neubaus in die bestehende Gebäudelandschaft. Obwohl freistehend, «kann man den Erweiterungsbau dank überdachter Wege trockenen Fusses erreichen», wie Projektleiter Samuel Lienhart von der Landis AG in Geroldswil erklärt.
Und so sieht der Ablauf aus: Ein Ja der Stimmbürger vorausgesetzt, würde die Steinli-Erweiterung ab Januar/Februar 2020 in Angriff genommen und könnte nach anderthalb Jahren Bauzeit im Juni 2021 bezogen werden. Danach würde die Fuchsrain-Sanierung starten, beginnend mit dem Bez-Schulhaus, gefolgt vom Primarschulhaus. Berger: «Läuft alles nach Plan, wäre das Gesamtprojekt 2023 abgeschlossen. Anspruchsvoll, aber machbar.»

«Einzige Lösung mit Zukunft»
Für Möhlin gibt es zu den jetzigen Plänen keine Alternative. Schulpflege-Präsident Stephan Müller sagt: «Alle zuvor geprüften Varianten waren entweder zu teuer, zu nachteilig oder hielten rechtlich nicht stand.» Verlagerungen der Oberstufe nach Mumpf und ins Wegenstettertal zählt Müller dazu. Er denkt: «Es ist die einzige Lösung mit Zukunft.»
Auch finanziell sieht die Gemeinde darin die beste Lösung. Oberstufenschüler auswärts zu unterrichten, zum Beispiel in Rheinfelden, sei auch teuer.

Infoveranstaltung
Jetzt gilt es, die Stimmbürger auch zu überzeugen. Diese wollen die Verantwortlichen am Donnerstag, 9. Mai, 19 Uhr, in der MZH Fuchsrain in Möhlin über das Vorhaben informieren.

Bilder (von oben): So soll der Ergänzungsbau Steinli einmal aussehen. Stehen hinter der Schulraumplanung in Möhlin, von links: Astrid Zeiner, Stephan Müller, Priska Artico und Karl Eiermann. Fotos: zVg/Wagner
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