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Magden

(pf) Rauchschwaden ziehen durch die Magdener Dorfkirche. Findet hier ein christkatholisches Hochamt mit Weihrauch statt? Nein. Obwohl auch am Sonntagabend feierliche Worte und entrückende Töne das barocke Kirchenschiff füllen, ist hier die Rede vom fünften Wort- und-Musik-Anlass, diesmal zum Thema «Kohelet – alles nur Schall und Rauch?».

Der Rauch bezieht sich auf die Worte des biblischen Weisheitslehrers Kohelet. Das menschliche Treiben sei «Windhauch und Luftgespinst» oder «nichtig und flüchtig». Nicht besonders positiv und optimistisch kommt seine Lehre daher, aber sie kann trotzdem tröstlich sein, gerade für diejenigen, die keine aufmunternd gemeinte Fröhlichkeit mehr hören können.
Zusammen mit einer kleinen Singgruppe sangen die Anwesenden «Turn, turn, turn», das Lied von Pete Seeger, das auf Kohelets Versen basiert und aussagt: Alles hat seine Zeit. Die genannten entrückenden Töne entlockte Orí Harmelin seiner Laute: Stücke von Giovanni Girolamo Kapsberger und eigene Improvisationen. Die zum Nachdenken anregenden Monologe Kohelets wurden beeindruckend von Hansjörg Adler gesprochen und von Pfarrer Peter Feenstra treffend gedeutet. Schlussendlich wurde klar, dass es für Kohelet im Leben viel Gutes zu geniessen gibt, wenn man nicht ständig dem Neuesten und Besten hinterherjagt und sich der Vorläufigkeit und Endlichkeit des Lebens bewusst ist. Passend dazu sangen am Ende des Programms Chörli und Publikum Mani Matters Chanson «Di Strass won i drann wone» und freuten sich gemeinsam, dass ihr Bett «vorlöifig noch ke Holztechel het».


Bild (v.l.n.r.): Fanny Dillier, Peter Feenstra, Orí Harmelin, Hansjörg Adler, Katharina Metzger und Steffen Müller. Foto: Walter Grell
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