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Rheinfelden

«Es ist kein therapeutisches Angebot, sondern ein Austauschangebot»: Dieter Hermann, Geschäftsführer von Hospiz Aargau, zum neuen Trauertreff in Rheinfelden. Foto: Peter Schütz

Das Hospiz Aargau hat bisher an drei verschiedenen Standorten – in Bad Zurzach, Brugg und Aarau – regelmässige Trauertreffs für Trauernde angeboten. Nur im nordwestlichen Teil des Kantons gab es dieses Angebot bisher nicht. Das wird sich zum 11. Januar 2022 ändern. Dann wird im Seffel-Raum im Roten Haus an der Habich-Dietschy-Strasse 1 in Rheinfelden erstmals ein Trauertreff stattfinden. Gastgeber ist der Verein Hospiz Aargau.

PETER SCHÜTZ

Der Trauertreff Rheinfelden soll ein Begegnungsort für trauernde Menschen sein, die beispielsweise einen Verlust in der Familie erlitten haben und sich in einem geschützten, mitfühlenden und vertrauensvollen Umfeld austauschen möchten. Dabei werden sie von ausgebildeten Freiwilligen auf dem Weg des Trauerprozesses begleitet. Die Teilnahme am Trauertreff ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Er wird jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat zwischen 18.30 und 20.30 Uhr stattfinden. «Es ist kein therapeutisches Angebot, sondern ein Austauschangebot», erklärt Dieter Hermann, Geschäftsführer von Hospiz Aargau mit Sitz in Brugg. Moderiert werden die Trauertreffs von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen und -begleitern. «Wir stellen das Podium und die Rahmenbedingungen zur Verfügung», sagt Dieter Hermann. Im Fokus stehen das selbstbestimmte Gespräch und der Austausch der Trauernden untereinander. Dadurch kann ein Trauertreff eine eigene Dynamik entwickeln, in die die Trauerbegleiter unter Umständen nicht eingreifen. Schliesslich sollen die Trauernden ihre Wege selber gestalten.

Rotes Haus in Rheinfelden. Foto: Jörg WägliAn den bisherigen drei Trauertreffs sei der Bedarf vorhanden, berichtet Dieter Hermann. «Es gibt Personen, die seit mehreren Jahren die Trauertreffs besuchen», weiss er, «und es haben sich daraus eigendynamisch unterstützende WhatsApp-Gruppen oder persönliche Beziehungen entwickelt». Zu den Trauertreffs würden Menschen kommen, die nach einem Verlust alleine sind mit der Frage, wie das Leben weitergehen soll. Darüber hinaus richtet sich das Angebot auch an Personen, die beispielsweise aufgrund von einer Trennung oder Scheidung den Lebensmut verloren haben. «Im Trauertreff begegnen wir häufig auch Menschen, bei denen ein akutes Ereignis geschehen ist, bei denen ein unendlich grosses Loch vorhanden ist», erläutert Dieter Hermann. Andererseits würden auch Menschen kommen, bei denen die Trauer tief vergraben ist und die es, so Hermann, «in einem geschützten Umfeld zu lösen gilt». «Da kann man wirklich helfen und unterstützen», glaubt er.

Der neue Trauertreff in Rheinfelden hat ein eigenes Team aus Trauerbegleitern. Sie arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Das begleitende Team sei noch ausbaufähig, berichtet Hermann, «wir suchen nach weiteren Personen, die sich zum Trauerbegleiter ausbilden lassen oder es schon sind.» Kontakt: 056 462 68 60.
Die Idee, einen Trauertreff im Fricktal aufzubauen, ist nicht neu. «Es gab schon Bemühungen», sagt Dieter Hermann. Aber erst im Herbst ging die Saat auf, nachdem der Stadtrat von Rheinfelden seine Unterstützung signalisiert hat. «Die Stadt Rheinfelden war immer kooperativ und hilfreich», so Dieter Hermann. Das Ergebnis: Hospiz Aargau darf den für den Trauertreff vorgesehenen Raum im Roten Haus kostenfrei benutzen.

Der Trauertreff in Rheinfelden soll, wie es im Hospiz Aargau üblich ist, multikulturell agieren. Die religiöse Gesinnung spielt keine Rolle, die Teilnahme ist auch nicht an einen Todesfall gebunden. Dieter Hermann ist überzeugt: «Der Bedarf wird da sein.» Klar ist für ihn: Die Teilnehmer am Trauertreff sollen nicht überfrachtet werden, denn die Gefühle müssen auch bearbeitet werden. Deshalb sei der Zwei-Wochen-Rhythmus richtig, stellt er fest.
Der Verein Hospiz Aargau setzt sich für Menschen am Ende des Lebens ein und entlastet betreuende Angehörige. Gegründet wurde er 1994 von Luise Thut. Er ist im Kanton Aargau gut vernetzt und arbeitet multiprofessionell mit Hausärztinnen und -ärzten, Spitex-Organisationen, Onkologie-Fachpersonen der Krebsliga, Therapeuten und Seelsorgerinnen zusammen. Hospiz Aargau besteht aus dem Hospiz Stationär Palliative Care, dem Hospiz Ambulant und dem Hospiz Trauertreff. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Das einzige Hospiz im Kanton Aargau befindet sich in Brugg. Es hat zehn Betten. Insgesamt gibt es in der Schweiz vier Hospize. Internet: www.hospiz-aargau.ch

Bilder:
«Es ist kein therapeutisches Angebot, sondern ein Austauschangebot»: Dieter Hermann, Geschäftsführer von Hospiz Aargau, zum neuen Trauertreff in Rheinfelden. Foto: Peter Schütz
Im Roten Haus in Rheinfelden wird ab dem 11. Januar 2022 der Trauertreff stattfinden. Foto: Jörg Wägli

 

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