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Rheinfelden

Der Gospelchor Rheinfelden. Foto: zVg

(af) Die «sommerlichen Abendmusiken» am 28. August in der reformierten Kirche Rheinfelden standen im Zeichen israelischer, jüdischer, hebräischer Musik.

Den Schlusspunkt setzte Rani Orenstein, Pianist, Komponist und seit diesem Jahr Musiker in der ref. Kirchgemeinde Region Rheinfelden, gemeinsam mit der Sopranistin Carmit Natan, die wie er selber an der renommierten Jerusalem Academy of Music und später an der Schola Cantorum Basilensis studiert hat. Die beiden trugen Lieder aus Israel vor, unter anderem eine Eigenkomposition Orensteins über ein Gedicht der grossen israelischen Lyrikerin Leah Goldberg. Ganz zum Schluss legten sie die Noten weg und performten «Jerusalem aus Gold», das einst vom Friedensaktivisten Uri Avnery als Nationalhymne vorgeschlagen worden ist. Die schönste Zeile darin heisst: «Bin ich nicht für jedes deiner Lieder die Geige?»
Ein Geiger hatte zuvor «Jerusalem aus Gold» schon intoniert, Adam Taubitz, früher Berliner Philharmoniker und 1. Konzertmeister des Sinfonieorchesters Basel und heute, gemäss «Deutschlandfunk», einer der virtuosesten Jazzgeiger der Welt. Er spielte, gemeinsam mit Michael Chylewski, Kontrabass, und Christian Gutfleisch, Piano, Klezmermusik «mit einem Hauch von Jazz» – so leitete Gutfleisch die Sounds des hochkarätigen Trios ein.

Klezmer meets Jazz. Foto: zVgKirchenpflegerin Ursula Schnepp, selber Berufsmusikerin, führte durch den Abend. Zur Einleitung eines weiteren Klezmer-Trios zitierte sie Worte des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch über den Klezmer: «Jede Volksmusik ist schön, aber von der jüdischen muss ich sagen, sie ist einzigartig! Sie ist so facettenreich, kann fröhlich erscheinen und in Wirklichkeit tief tragisch sein. Fast immer ist es ein Lachen durch Tränen.» Die jungen Musiker Mirjam Rietmann (Violine), Pascal Nippel (Flöte) und die Rheinfelderin Lea Vaterlaus (Klavier) loteten die kontrastierenden Gefühlswelten der Klezmermusik aus, vom «freylekhs shtikele», dem fröhlichen Stück, bis hin zum «Schluchzen» des jüdischen Gesangs.
Weiter fand an diesen Abendmusiken der allererste Auftritt des Gospelchors Rheinfelden unter seinem neuen Dirigenten Akira Tachikawa statt. Der überraschende Schwung, den der Chor, brillant begleitet von Christian Gutfleisch, nach Monaten von Lockdown und Zoom-Proben entwickelte, übertrug sich aufs Publikum im gemeinsamen Singen: «Hewenu Schalom alechem», «wir wünschen euch Frieden».
Ganz zu Beginn spielten die Pianistin Assel Abilseitova, seit Sommer Kirchenmusikerin in Kaiseraugst, und der Geiger Sergio Marrini Musik des schweiz-amerikanischen jüdischen Komponisten Ernest Bloch (1880-1959). Der «Nigun», ein Lied ohne Worte, inspiriert vom improvisatorischen Gesang der Chassidim, interpretiert auf allerhöchstem Niveau, klingt nach.

Bilder
Erstes Bild: Der Gospelchor Rheinfelden. Foto: zVg
Zweites Bild: Klezmer meets Jazz. Foto: zVg
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