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Rheinfelden

Foto: zVg

(mt) Trotz «heissem Traktandum» ging die GV des NVR ruhig und unaufgeregt über die Bühne. Souverän, sachlich, bei Bedarf klärend, führte Daniela Müller Brodmann, Präsidentin des NVR, durch die coronabedingt auf den Sommer verschobene Generalversammlung 2021 des Natur-und Vogelschutzes Rheinfelden.

Ebenso kompetent wurde das aus Rücksicht auf einen Gast vorgezogene und mit Spannung erwartete Traktandum «Ökologische Aufwertung Alte Saline» von Béa Biber anhand einer Präsentation ausführlich vorgestellt. Das Projekt, welches von einem Umweltfachbüro erstellt wurde, zeigt auf, wie sich der NVR eine solche Aufwertung, verbunden mit einem Landkauf, vorstellt. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf der Förderung von Amphibien, vor allem von selten gewordenen Pionierarten. Ebenso werden einige Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, welche, bei allfälligem Interesse der Nachbarschaft, mit wenig Mehraufwand realisiert werden könnten.
Die im Vorfeld in der Presse geäusserten Befürchtungen und auch etliche Fehlaussagen zu Teilkomponenten des angedachten Projektes konnten während der Präsentation diskutiert und ausgeräumt werden. Der Vorstand hat einem Vertreter der Anwohner Gelegenheit geboten, deren Bedenken an der GV zu erläutern und dafür extra dieses Traktandum an den Anfang gestellt. Nach eingehender Diskussion haben die Anwesenden mit grosser Mehrheit dem Vorstand die Kompetenz erteilt, das Landstück dann, aber nur dann zu kaufen, wenn alle Bedingungen für einen Kauf und eine Realisierung des ganzen Projektes gesichert sind, um dort einen wichtigen Naturraum zu schaffen, der zum Trittstein in der ökologischen Infrastruktur von Rheinfelden werden kann.

Langjähriges Engagement verdankt
Nach Abschluss dieses Traktandums ging die GV wieder ihren gewohnten Gang. Der Jahresbericht konnte kurzgehalten werden, da seit einiger Zeit regelmässig mit einem Newsletter und auch via Homepage über alle wichtigeren Aktivitäten des NVR berichtet wird. Die finanzielle Situation ist sehr solide, so dass Kassier und Vorstand Décharge erteilt werden konnte. Da der gesamte Vorstand zur Wiederwahl antrat, war auch dieses Thema rasch erledigt. Eine Ersatzwahl gab es bei den Revisoren. Neu gewählt wurden Sandra Frei-Struchen und Peter Schwager. Sie ersetzen Bärbel Anderegg, die 14 Jahre lang Revisorin gewesen war, und Alice Eymann, die diesen Job gar 18 Jahre lang machte, nachdem sie vorher schon mehrere Jahre im Vorstand, u.a. als Kassierin, dem Verein gedient hatte. Mit ganz grossem Dank, einem kleinen Geschenk und viel Applaus, wurde die beiden sehr verdienten Mitarbeiterinnen aus dem aktiven Dienst entlassen. Von einem derartigen Engagement ihrer Mitglieder können wohl viele Vereine nur träumen.

Trauriges Manko ausräumen
Schon vor dem offiziellen Teil der GV hatte Stefan Greif, Projektleiter Artenförderung von BirdLife Schweiz, kompetent die Bedeutung der «ökologischen Infrastruktur» erläutert, ein Begriff, den man in den nächsten Jahren vermehrt zu hören bekommen wird. Die Schweiz steht in Sachen Biodiversität und Naturschutzflächen in Europa praktisch an letzter Stelle.
Durch einen verbindlichen Auftrag an Kantone und Gemeinden will der Bund dieses traurige Manko baldmöglichst aus der Welt schaffen. Während die Infrastruktur für Menschen (Städte, Strassen, Bahnen, Flugplätze usw.) hervorragend ausgebaut ist, ist für Tiere und Pflanzen das Gegenteil der Fall. Deren «Wohngebiete» (Wiesen, Wälder, Bäche, Moore...) sind oft von schlechter Qualität, bieten wenig Ernährungsmöglichkeiten und sind meist viel zu klein, um zu überleben. Abwandern ist aber nicht möglich, weil viele Wege, d.h. Wildtier-Korridore, versperrt oder gar nicht (mehr) vorhanden sind, was zudem die notwendige Vermischung der Populationen verhindert. Nachdem sehr lange nichts gegangen ist, will der Bund nun viel Druck machen, aber auch einiges an Mitteln freigeben, um hier endlich Fort- und nicht immer nur Rückschritte zu sehen. Das Amphibien-Projekt Alte Saline wäre eine dieser Möglichkeiten, hier einen Beitrag zu leisten, denn wo Wasser ist, entsteht Leben.
Den Abschluss des Abends bildete ein Apéro im Martinum-Garten, an dessen ökologische Aufwertung auch der NVR einen Beitrag geleistet hat.

 www.nv-rheinfelden.ch

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