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Rheinfelden

Offener Brief von Michael Derrer an den Stadtrat Rheinfelden

Vor bald zwei Jahren wurde das Projekt eines Rheinstegs durch die Rheinfelder Stimmbevölkerung abgelehnt. Für eine Mehrheit der Stimmberechtigten überwog die Sorge um die aus dem Ruder gelaufenen Kosten (rund 13 Millionen Franken) gegenüber dem zu erwartenden Nutzen. Im Frühjahr 2020 konzipierte ich für die Grünliberale Partei eine Bevölkerungsumfrage zu prioritären Investitionen in Rheinfelden. In den Antworten war der starke Wunsch nach einem zusätzlichen Fussgänger-Rheinübergang weiterhin stark vertreten. Auch in meinen aktuellen Gesprächen mit der Rheinfelder Bevölkerung wird dieses Thema oft genannt.
Dieser Umstand brachte mich zur Frage, ob die Alternative tatsächlich nur zwischen einer überteuerten Brücke und gar keiner bestand. Es veranlasste mich, zu recherchieren und eine bestehende, vor kurzem erbaute Brücke zu suchen, deren Länge mit dem Rheinfelder Projekt in etwa vergleichbar ist. Da ich gut Polnisch spreche und in jenem Land ein Netzwerk besitze, bin ich in Polen fündig geworden. Die in Schlesien erbaute Fussgängerbrücke «Kladka nad Jeziorem Bystryckim» kostete nur 1. 4 Millionen Euro. Ich habe dann nach dem Erbauer der Brücke gesucht und habe ihn gefunden und stellte diesem ehemaligen Chefingenieur der Firma STRABAG die Frage nach dem Grund für die 10 Mal tieferen Kosten. Er gab mir zur Auskunft, dass ein Hauptunterschied in der Tatsache begründet liegt, dass das Rheinfelder Projekt im Gegensatz zur polnischen Brücke keine zusätzlichen Tragsäulen vorsah, welche die Spannweite der Brücke in mehrere Teilstücke unterteilen würde.
Vom Rheinfelder Stadtbauamt erhielt ich in der Folge die Auskunft, dass Tragsäulen im Rhein aufgrund des Vetos des Elektrizitätswerkes in der Frühphase des Projektes ausgeschlossen worden waren und die Ausschreibung für das Projekt eine Brücke mit einer Spannweite über den ganzen Rhein vorsah.
Meine Fragen an den Rheinfelder Stadtrat lauten daher wie folgt: -Wurde die Option mit Tragsäulen im Rhein in Betracht gezogen? Falls nein, warum nicht? -Hat der Stadtrat in den vergangenen zwei Jahren etwas unternommen, um eine in Umfang und Ambition reduzierte Version des Rheinstegs mit tieferen Kosten zu prüfen? -Falls es das Elektrizitätswerk war, das sein Veto gegen Tragsäulen im Rhein eingelegt hat: Hat der Stadtrat Bemühungen zur neuerlichen Besprechung dieser Einwände und gegebenenfalls zur Neuverhandlung im Hinblick auf eine Lösungsfindung unternommen?
Gemäss meinem Kenntnisstand haben die Planungen für das abgelehnte Projekt rund eine Million Franken verschlungen. Ein Kredit von 3.7 Millionen Franken ist weiterhin bewilligt. Es wäre meines Erachtens höchst wünschenswert, nach Möglichkeiten zu suchen, um das investierte, respektive budgetierte Geld zu verwerten.
Für Ihre Antwort danke ich Ihnen sehr herzlich.
Michael Derrer, Rheinfelden

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