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Rheinfelden

(mve) “Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun”, zitierte Stadtammann Franco Mazzi den Asket und Pazifist Mahatma Gandhi beim grenzüberschreitenden Neujahrsempfang in Rheinfelden.

 Seit dem Jahrtausendwechsel organisieren die beiden Städte Rheinfelden für ihre Einwohner einen Neujahrsempfang, wechselweise auf aargauischer und badischer Rheinseite. In diesem Jahr war Stadtammann Franco Mazzi im historischen Bahnhofsaal der Gastgeber. 

Er und sein Amtskollege aus Badisch Rheinfelden freuten sich rund 500 Gäste – darunter Vertreter der lokalen, regionalen und übergeordneten Politik auf beiden Seiten des Rheins – begrüssen zu dürfen. Zu den prominenten Gästen zählte auch Landammann Dr. Markus Dieth, Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen, der beste Wünsche vom Regierungsrat überbrachte und auf die grenzüberschreitenden Projekte – nicht zuletzt in der Jugendarbeit – der beiden Städte einging und hierfür seinen Glückwunsch aussprach.

 Als verbindendes Element spielte der Orchesterverein Rheinfelden unter Leitung von Lukas Merkelbach auf und umrahmte den Abend feierlich. „Eine wunderbare Symbolik am heutigen Neujahrsempfang bietet die Musik“, hielt Franco Mazzi fest. Das Orchester – 1879 gegründet – zählt heute rund 40 Streicher und Bläser beidseits des Rheins und darf sich somit das „Orchester beider Rheinfelden“ nennen. 

Im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs standen die Ansprachen von Stadtammann Franco Mazzi und Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. Sie stellten beim Festakt auch das  kommunale Jahresmotto, den Rheinuferweg „Rheinliebe Extended” vor. 

 Das Bild der „Rheinliebe” stehe für die Vision, den Rhein als gemeinsamen Flusspark von Bad Bellingen/Kembs bis nach Bad Säckingen/Stein zu entwickeln. Ziel sei es, mit konkreten Massnahmen die Rheinlandschaft als Erholungs- und Naturraum auf kommunaler und regionaler Ebene für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Die involvierten Gemeinden haben spannende Projekte entwickelt. In Rheinfelden werden dies die Neugestaltung der Passage beim ehemaligen Hotel “Des Salines” und der Rund-Wanderweg „Chleigrüttgraben” sein sowie die zu gestaltende Plattform beim ehemaligen Rheinübergang altes Kraftwerk.

In seiner Rede kam Franco Mazzi auch auf den „Rheinsteg” zu sprechen. “Eine 10-jährige Planung wurde durch eine Referendumsabstimmung, hauptsächlich aus Kostengründen, leider zu Makulatur.” Auch Klaus Eberhardt brachte sein Bedauern „eines guten jahrelangen Planungsprozesses” zum Ausdruck und zog folgendes Resümee: „Freuen wir uns auf den Rheinuferrundweg extended mit einzelnen Stationen und die Fortsetzung des Projektes Rheinliebe im Zuge der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020.”

 In Rück- und Ausblicken auf die städtische Entwicklung zeigte Mazzi auf, dass trotz einem Rückgang der Bevölkerung von 85 Personen oder 0,6 Prozent im laufenden Jahr, Rheinfelden nicht an Dynamik verloren habe. Grosse entstehende Wohnbauten von privaten Investoren und auch die Schaffung von 40 zusätzlichen Arbeitsplätzen der sich neu in Rheinfelden niederlassenden Firma Swisslos zeigen dies auf.

 

 Franco Mazzi nannte die Begriffe Planung und Sanierung. Das vergangene Jahr war arbeitsintensiv: Erarbeitung räumliches Entwicklungskonzepts (REK) als Grundlage für eine Revision der Bau- und Zonenordnung,  – um die Schulanlage Engerfeld in Sachen Sport fit zu machen, musste das beste Konzept für eine neue Dreifach-Turnhalle durch einen breit angelegten Fach-Wettbewerb ermittelt werden. Zu den abgeschlossenen Projekten gehören die Sanierung des bestehenden Engerfeld-Oberstufen-Schulhauses und der bestehenden Turnhalle, Sanierungen des Kindergartens Dianapark und der Liegenschaft Warteck/Zollrain 1 sowie Belagssanierungen in der Altstadt und der Feldschlösschen-Strasse. Mitte des Jahres konnte auch die sanierte Schiffsanlegestelle samt ausgetieftem Rheingrund wieder in den Dienst der Rhein-Schifffahrt gestellt werden. 

Fortschritte machte Rheinfelden auch als Energiestadt. Im 2019 erfolgte auf dem Areal des Werkhofs der Spatenstich für die neue Wärmeverbundanlage Rüchi und auch das Projekt “Rheinfelden Solar” konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Zudem wurde in der Verwaltung eine Stelle “Umwelt /Energie/Mobilität” geschaffen, die Verwaltungsstrukturen wurden durch zusätzliche Stellen gestärkt. Ein Meilenstein: Die Kreisschule Unteres Fricktal konnte in neuer Zusammensetzung mit Oberstufenschülern aus den Gemeinden Wallbach, Mumpf, Obermumpf, Stein und Schupfart ins neue Schuljahr starten. 

Und es geht dynamisch weiter. Um nur einige Projekte zu nennen: 2020 beginnen im „Engerfeld” die Vorbereitungen zum Bau der neuen Dreifach-Turnhalle und auch die Sanierung der Riburgerstrasse (Strasse von der sogenannten ASAG-Kreuzung zum Spital) startet. Dass zum Jahresende vom Stadtrat überarbeitete Alterskonzept gehe in die Umsetzung, wie auch die “Internationale Bauausstellung IBA” mit den entsprechenden Projekten am Rheinufer. Weiter werde eine Optimierung der Sportanlage Schiffacker ins Auge gefasst. Weitergeführt werden die Planungen der REK/neue Bauzonenordnung (Bahnhofareal Rheinfelden / Bahnhof Möhlin) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Möhlin. Mit anderen Gemeinden des Fricktals, der deutschen Seite und des Baselbiets werde mit den Verantwortlichen des Agglomerationsprogrammes ein Zukunftsbild der Hochrheinregion erarbeitet, um auch künftig für anstehende Projekte Mitfinanzierungen aus dem Bundesprogramm zu erhalten.

“Das Jahr wird also interessant”, so Mazzi. „Freuen wir uns. Wir werden arbeiten, entwickeln und ja, auch feiern, wenn es etwas zu feiern gibt. Wir können schon heute damit beginnen.”

Beim anschliessenden Apero gab es Gelegenheit, sich auf allen Ebenen auszutauschen und auf ein erfolgreiches 2020 anzustossen - auch mit Blick auf "König Fussball”. Bei der Fussball-Europameisterschaft 2020 sind Deutschland und die Schweiz mit dabei.

Bilder (von oben): Stadtammann Franco Mazzi; Landammann Dr. Markus Dieth, Vorsteher des Departements Finanzen und Ressourcen; Orchesterverein Rheinfelden; die Stadtoberhäupter Franco Mazzi und Klaus Eberhardt. Fotos: Marianne Vetter
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