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Rheinfelden

 (cru/fle) Der Bahnhofsaal Rheinfelden war voll besetzt, als der Orchesterverein Rheinfelden und der Männerchor Rheinfelden am letzten Sonntag das Konzert «Männersache» auf die Bühne brachten und damit begeisterten.


«Ein einziges Ensemble wollen wir sein und gemeinsam im Einklang musizieren», so das ehrgeizige Ziel der beiden Präsidenten – Josef Amrein vom Männerchor Rheinfelden (MCR) und Jean Jacques de Wijs vom Orchesterverein Rheinfelden(OVR) – für das nicht alltägliche Projekt, mit dem die Musikgesellschaften am letzten November-Sonntag im Rahmen des ersten gemeinsamen Konzerts in Rheinfelden auf der grossen Bühne auftraten.
Das Konzertprogramm drehte sich in erster Linie um sogenannte «Männersachen» – Dinge, über die ‹Mann› nicht spricht, worüber ‹Mann› aber sehr wohl ein Lied singen kann. Opern, Operetten oder Musicals liefern dazu genügend Stoff, um alle Facetten des Mannseins zu besingen – wie sie lieben, streiten, saufen, resignieren, wie sie überheblich und empfindlich sind, Erfolge und polternd Feste feiern oder als Wrack aufgeben.
Jedes Stück stammte aus Klassikern der typischen Männerchor- und Orchesterliteratur, war ausgerichtet auf den Sprechgesang des Männerchors und geprägt von ganz unterschiedlichen Rhythmen, Tönen, Melodien und musikalischen Ausdrucksformen. Diese Eigenheiten erschloss der bekannte Rheinfelder Stadtführer Robert Conrad den Konzertbesuchern mit seiner gekonnten Moderation – natürlich immer auch mit einigen Sticheleien zum Thema «Männersachen»…
Die Gesamtleitung des Abends lag in den Händen der Dirigenten Monika Sturm-Schmid (MCR) und Lukas Merkelbach (OVR) – beide keine Dirigenten der effektvollen Gesten, sondern eher der ruhigen und souverän Art. Sie verstanden es, zwei unterschiedliche Musikgesellschaften im Einklang zu einem Ensemble zu formen, ihm lebhaftes und gestalterische Geschick und Fertigkeiten zu entlocken, so dass es sich fast durchwegs dem ausgewählten Repertoire gewachsen zeigte.
Die Konzertbesucher konnten spüren, wie Musiker und Sänger aufeinander zugegangen sind, um sich gegenseitig zu tragen und gleichzeitig getragen zu werden. Die gesamthaft bemerkenswerten gesanglichen Leistungen der rund 30 Männer des MCR wären aber nichts, wenn nicht das Symphonieorchester Rheinfelden die musikalische Grundlage gegeben hätte. Es wurde dabei verstärkt durch einige Bläser, der Männerchor durch den Solisten Ingo Anders mit seiner und kraftvollen Tenorstimme.
Lang anhaltender Applaus war Lob und Beweis, dass das Publikum vom gemeinsamen Konzert sehr angetan war. MCR und OVR verabschiedeten sich mit der Zugabe „Conquest of Paradise“ des griechischen Komponisten Vagnelis, – ein Stück, das so manchen im Saal zum Mitsummen oder Mitsingen anregte. Und damit der Beweis ist, dass gemeinsam Musizieren verbindet – Sänger, Musiker und auch Zuhörer.

Bild: Orchesterverein und Männerchor Rheinfelden traten zusammen auf. Foto: zVg
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