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Rheinfelden

Hörbares Vergnügen mit dem Claus Raible Trio. Foto: zVg(ra) Den Saisonauftakt vom Q4 gestaltete das Trio des Pianisten Claus Raible mit einem breit gefächerten Bouquet an Jazzstandards. Raible gefiel in Rheinfelden schon letztes Jahr den fulminanten Auftritt des Quintetts von Dusko Goykovich, am Sonntagabend präsentierte er im «Schützen» sein eigenes Trio.

Er ist ein stilsicherer Vertreter der (guten) alten Schule. Sein leidenschaftliches Spiel ist ebenso cool wie melodisch trittsicher und wird von einem angeborenen Sinn für Swing beflügelt. Sein langjähriger Partner Giorgos Antoniou bildet das starke Rückgrat am Bass, der im Modern Jazz bekannt gewordene Drummer Alvin Queen ist mit seinem Rhythmus-Gefühl und seiner grossen Fähigkeit, zuzuhören, ein kongenialer und herausfordernder Gegenpart. Die Musiker hatten grossen Spass an ihren Interaktionen und prägten die durchaus bekannten Kompositionen durch witzige Improvisationen, die dem Publikum ein sichtlich hörbares Vergnügen bereiteten. Es war ein Konzert mit viel Groove und einem permanent hinreissenden Swing.

Hörbares Vergnügen mit dem Claus Raible Trio. Foto: zVgDer Auftakt mit «Off Minor» war eine Hommage an einen der bedeutendsten Komponisten des Jazz, Thelonious Monk, der vor genau 100 Jahren geboren wurde, im gleichen Jahr übrigens, als die erste Jazzplatte aufgenommen wurde. «Off Minor» wurde im zweiten Set ergänzt durch «Let’s Cool One» und durch eine hinreissende Version des wohl berühmtesten Songs aus Monks Feder: «Round Midnight». Neben Monk gab es bekanntere Standards wie «On Green Dolphin Street» oder «I’ll Remember April», Jazzstandards aus den 50er-Jahren, zu hören, aber auch seltener gehörte wie George Shearings «Conception» ebenfalls aus der Zeit um 1950.
Raible hat offensichtlich auch ein Flair für Filmmelodien, wie das in einem rasenden Rhythmus interpretierte «All God’s Chillun Got Rhythm» deutlich machte. Der Song aus dem Marx Brothers Film «A Day At The Races» von 1937 zeigte, dass sich Virtuosität und Treue zum Thema bestens ergänzen können. Kurz davor spielte das Trio Dizzy Gillespies grossartige Komposition «Con Alma», mit einem memorablen Drumsolo von Queen. Bliebe die dem Neffen des Pianisten gewidmete, luftige Eigenkomposition «Little Fredie’s Steps» zu erwähnen, die Lust auf mehr Eigenes dieses leider unterschätzten Pianisten machte.  
Der Saisonauftakt ist gelungen. Bereits am nächsten Montag, 6. Februar,  kommt es mit dem als Geheimtipp zu wertenden Omer Avital Quintett zum nächsten Konzert des Jazzclubs Q4 im Schützen Rheinfelden.

Unsere Bilder: Hörbares Vergnügen mit dem Claus Raible Trio. Fotos: zVg
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