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Rheinfelden

James Carter wurde am Konzert von Gerard Gibbs auf der Hammondorgel und dem Schlagzeuger Alex White unterstützt. Foto: zVg(eing.) Im Schützen Kulturkeller in Rheinfelden bewies unlängst der US-amerikanische Saxophonist James Carter, dass er zu Recht zu den ganz Grossen der internationalen Jazzszene zählt.

Unter Starkstrom, so wirkte der amerikanische Saxophonist bei seinem Konzert mit seinem «Organ Trio» im Schützen Kulturkeller in Rheinfelden. Mit seinem gewaltigen, powergeladenen Ton auf seinem Tenorsaxophon füllte er den Raum und praktizierte das «Crowling», ein bei Saxophonisten beliebter Klangeffekt, wo beim Spielen der Töne gleichzeitig in das Instrument gesungen wird und der Sound des Saxophons seinen typisch heiseren Klang erhält. Dabei schwenkte der Musiker sein Tenorsaxophon hin und her oder lies es über seinem Kopf kreisen, als wenn das relativ schwere Instrument leicht wie eine Daunenfeder wäre.

Der 47-jährige Musiker James Carter gehört den «Young Lions» an, einer Gruppe äusserst talentierter Jazzmusiker, die sich ab den 1980er-Jahren als junge Talente um den Trompeter Wynton Marsalis scharrten. Die Lions sagten dem damals im Sterben liegenden Free Jazz den Kampf an und wandten sich wieder älteren Jazzstilen wie dem Bebop, dem Hard Bop und dem Modal-Jazz der 1960er-Jahren zu. Hinsichtlich dieser Tatsache war es überraschend, wie weit Carter im Schützen in seinen Improvisationen den tonalen Raum spannte. Es kam wiederholt vor, dass der Saxophonist sämtliche harmonische Bindungen auflöste und sich in jenen Raum wagte, der von den Young Lions vehement abgelehnt wird: dem Free Jazz.

Bei seinem Konzert, das übrigens vom Rheinfelder Jazzclub Q4 organisiert worden war, wurde James Carter zentral von Gerard Gibbs auf der Hammondorgel unterstützt. Am meisten Bewunderung löste der Organist durch seine ungemein beweglichen Füsse aus, mit denen er die schnellsten und wildesten Basslinien mit swingender Präzision gestaltete. Den stützenden musikalischen Knochenbau des Trios bildete der junge Schlagzeuger Alex White, der mit seinem auf das Wesentliche konzentrierten Spiel den Interpretationen seiner beiden Mitmusiker den adäquaten rhythmischen Halt gab.

Unser Bild: James Carter wurde am Konzert von Gerard Gibbs auf der Hammondorgel und dem Schlagzeuger Alex White unterstützt. Foto: zVg
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