(Es gilt das gesproche Wort)
Gschätzti Dame und Herre Gmeiröt
Liebe Männerchor Eike
Liebi Eikerinne und Eiker
Danke vell mol für Ihri Iladig. Ich ben sehr gärn uf Eike cho. Eike kenn ich natürlich bestens und ä ganz vieli Lüt do. Ben be ihne scho a Schützealäss gsi, a Jassturnier, frühner amen o a Aläss mit de Jugendriege. Eike und Zeihe send ned nur geografisch nöch, nei es send ä beides ländlichi Gmeinde und ich gläb am hüttige Tag esch ä das wichtig und mir es grosses Aliege. D’Landregione i dem Land dörfe ned vergässe wärede, d Politik döff sich ned nur uf die grosse Zentre usrichte.
Liebi Fraue und Manne
Bevor mir hütt mitenande fiire und ich mit mire Red witerfahre, wett ich für en kurze Momänt a die Mänsche dänke, wo hütt nümme be eus sind. Mensche, wo vielleicht selber genau da gstande sind, wo mir hüt stöhnd. Mensche, wo do mitgfiiret, glachet und aagstoosse hend. Mensche, wo Teil vo dere Gemeinschaft gsi sind. Sie sind hüt nümme da. Aber sie sind ned vergässe. Sie bliebet immer en Teil vo eus. I eusere Erinnerig. Und i all dene Momänt, wo mir mit ihne erlebt hend. Für sie wänd mir en kurze Momänt still sii und sie somit au i die hüttig Fiir mitibezieh.
[Pause]
Härzliche Dank Ihne allne. Und jetzt, liebi Eikerinne und Eiker, richte mer de Blick wieder nach vore. Mer sind hütt ned eifach so do. Mir sind do, zum Geburtstag vo eusere Schwiiz z'fiire. Gmeinsam z fiire. Zum Geburtstag vo dem Land, wo mir Heimat nenne. Vo dem Land, wo eus Freiheit git. Vo dem Land, wo eus ermöglicht, mitenand in Friede zläbe. Und drum: Hüt wänd mir zäme Freud ha! Mir wänd nochedänke, aber au füreluege. Denn hüt isch en Tag zum dankbar sii. Ned alli Mänsche uf dere Wält händ das wo mir händ. Freiheit, Sicherheit, Mitbestimmigsrächt. Aber natürlich esch ä das be eus ned eifach gottgegeben, mer müend dem Sorg träge und eus ä immer weder sälber froge, was chönne mer mache, damits e so bliebt.
Freiheit, Sicherheit und Mitbestimmigsrächt, das sind tragendi Sülene vo eusem Land, sie sind ä garant für de Zämehalt und de Wohlstand i eusem Land. D Schwiz esch end nur es wunderschöns Land, sie esch ä vielfältig. Vier Landessproche. Verschideni Kulture. Verschideni Mentalitäte. Städt und Dörfer. Und Mensche, wo ned immer gliich denke, wiemer bi Abstimmige cha gseh. Aber trotzdem: Mir ghöred zäme. Und vielleicht isch genau das eusi grössti Stärchi. Denn mir müend ned alli s'Gliche denke. Mir müend ned alli gliich rede. Aber mir müend mitenand ane Tisch chönne sitze. Mir söllet mitenand chönne diskutiere und eus ä widerspräche. Es döff ä mol lut wärde. Mer müend enand gegesitig ned nur uf d Schultere klopfe. Ich kenn das us de Politik, do wirds mängisch ä luut, aber wichtig esch, mit Respäkt und Astand. I de Politik stand ich für mini Überzügige i, aber ich politisiere so, dass ich mit jedem nach de Diskussion cha es Bier trinke. Das isch d'Schwiiz. Ja. Das isch eusi Heimat.
Liebi Eikerinne und Eiker
Heimat isch ned nume öppis, wo mer liebt. Heimat isch au öppis, wo mer schützt. Und Heimat isch vor allem öppis, wo mer witergit. Denn mir hend die Schwiiz ned nume für eus übercho. Mir hend sie vo dene übercho, wo vor eus do gsi sind. Von Mensche, wo krampfet händ. Wo verzichtet hend. Wo Verantwortung übernoh hend. Wo für Freiheit und Demokratie igistande sind. Und jetzt lieht die Verantwortung bi eus. Was für e Schwiiz wänd mir de kommende Generation übergeh, wo nach eus chömed?
Ich wünsche mir, dass au nachkommendi Generatione denn e mol no chönne säge, mir läbe imne freie Land. Imne Land, wo d Bürgerinne und Bürger d Chefe sind und ned irgendwelchi Politiker oder Präsidente. Imne Land, wo mir sälber bestimme, was mer wänd und ned en übergordnetti Organisation, wie en EU über eus bestimmt! Will mer sälber am beste wüsse, was für eus und euses Land guet esch.
Ich wünsche mir aber au en Schwiz für kommendi Generatione wo sicher esch. Wo niemer muess Angst ha wenner uf d Stross goht, unabhängig vom Gschlächt, em Alter oder em Zitpunkt. En Schwiz wo läbeswärt esch und ned de hinterletschti Quadratmeter zuebetoniert wird unds immer enger wird. E Schwiiz, wo sini Traditione, Brüch kennt, läbt und witergitt. Aber all die Wärt, die Eigeheite vo eusem Land, die send ned sälbstverständlich. Und drum müend mir Sorg dezue träge. Mer müend aber ä Sorg ha zunenand. Denn am Schluss isch es ned nume d'Politik, wo en Staat zämehebt. Ned nume d'Wirtschaft. Ned nume d'Institutione. Es sind d'Mänsche. Mänsche wie Sie. Mänsche, wo i Verein mitmached. Mänsche, wo Ziit für anderi investiered. Mänsche, wo Fäscht organisiered. Mänsche, wo öppis mache, obwohl niemert defür klatscht. Mänsche, wo de Zämehalt läbed. Und genau das isch d’Schwiiz. Mir alli do sind d'Schwiiz.
Und drum hätt ich hüt en Wunsch. Ned nume für hüt. Sondern für es ganzes Johr bis zum nächste 1. Auguscht. Ich fänd's wunderschön, wenn jedi und jede vo eus bis denn immer wieder öpperem e chliini Freud macht. Ned öppis Grosses, ned öppis tüürs, aber öppis usem Härz, öppis wärtvolls: Es cha es Gspröch sii. En Bsuech. En Umarmig. Es offnigs Ohr, ohne gross zrede. Es ehrlichs gmeints: «Wie gohts der?» Und denn au zuezlose. Denn mir wüssed nie, was en andere Mensch grad mit sich ume trait. Mir wüssed ned, was öpper grad beschäftigt. Mir wüssed ned, ob öpper grad stark sii muess, obwohl er sich innerlich gar ned stark fühlt. Und vielleicht isch genau drum e chliini Freud mängisch viel viel grösser, als mir denke. Vielleicht vergisst öpper, was Sie gseit hend. Aber er vergisst nie, wie Sie ihn hend fühle loh.
Und jetzt möcht ich no über öppis rede, wo für mich persönlich immer wichtiger wird. Über öppis, wo mir im Läbe viel z'oft unterschätzed. D'Ziit. Jo sie stuhne villicht, warum red ich jetzt no vo de Zit? Wills öppis vom wertvollschte esch. Mir glaube mängisch, mir heiged no unendlich viel Ziit. Mir säged: «Das mach ich morn.» «Mir gsehnd eus de scho weder e mol.» Aber niemert vo eus, weiss, wie viel Ziit eus no bliibt. Und drum wünsch ich eus, dassmer Zit und Momänt ganz bewusst döffe erläbe. So Momänt, liebi Eikerinne und Eiker, so Momänt wie hütt obe, die schaffe Erinnerige. Und schöni Erinnerige sind s wohre Gold. Me cha sie ned chaufe, au mit Millione ned und Erinnerige ä erläbti Momänt bliebe, egal was no alles cho mag, die cha eim niemer neh. Drum blibet sie hüt doch no es bitzli länger. Lueged sie ned uf d'Uhr. Redet Sie no es bitzli. Lachet sie no es bitzli. Und wenn Sie scho hundertmal mitenand aagstosse hend: Stosset sie hüt nomal aa. Zit und Momänt, das esch Richtum. Denn Geld cha mer verlüre. Geld cha mer wieder verdiene. Sache chönd kaputtgah. Sache cha mer ersetze. Aber d'Ziit, wo verstriche isch, chunnt nümme zrugg. Und en Momänt, wo mir ned erläbt hett, chammer ned nochehole.
Ich ha mol es wunderschöns Gspröch gha mitme ältere Ma. Er hett mer öppis uf de Weg mitgeh. Wenn mol i mim Alter besch und ufs Läbe zruggluegsch, denn hett s Gäld ganz en anderi bedüritg, natürlich me bruchts zum läbe. Aber was denn würkli zählt und a das wo mer sich erinneret sind vor allem Mänsche und Momänt mit ihne: A Gspröch. A Fäscht. A bsundri Erläbnis. Das sind die Momänt, wo bliibed. Wo s Läbe würkli rich mache. Und ich hoffe, wenn öpper irgendwenn a eus zruggdenkt, dass er ned säit: «Er het viel gha.» Sondern: «Er het Ziit gha für eus.» «Sie het zueglost.» «Er het eus zum Lache bracht.» «Sie isch do gsi.» Und vielleicht sogar:
«Wäge ihm isch mini Wält es bitzli heller gsi.»
Jedes Johr wenns uf de Nationalfirtig zuegoht, chunnt ä Diskussion uf, öb eusi Landeshymne, de Schwizerpsalm ned müsst dur öppis Neus ersetzt werde. Und ich nimme das Thema jedes Johr gärn uf! Ich ha dodezue en ganz en klari Meinig: Nei, sicher ned! Unter anderem wird gseit, euse Schwizerpsalm passt nümm i die hüttig moderni Zit und insbesonderi de Teil «betet freie Schweiz betet» esch als sehr altmodisch und us de Zit gfalle, abtue worde. Ich ha do ganz en klari Haltig. Nur well öppis älter esch, esches no lang ned us de Zit gfalle. Ganz em Gegeteil. Ganz sicher ä ned d Wort im Schwizer Psalm «betet freie Schweizer betet».
Liebi Eikerinne und Eiker. «Betet freie Schweizer betet». Was bitte söll altmodisch do dra si? Freie Schweizer, ich luege zrugg zum Afang vo minre Red, was chas bessers geh, als wenn mer Schwizerinne und Schwizer frei sind und sälber bestimme, wasmer wänd und was ned. Und die glich Frog stell ich mer, was bitte schön, söll altmodisch oder schlächt si, wemmer seit, betet? Bäte für Gsundheit, für d Familie, für die Liebschte, für euses Land, für Sicherheit und Schutz.
Zämegfasst: «Betet freie Schweizer betet» esch aktueller denn je, da hett gar nüt mit Rückständigkeit ztue und ich hoffe mer alli und auch kommendi Generatione wärde mit Freud und us Überzügig witer de Schwizerpsalm singe, ä de Abschnitt mit «betet freie Schweizer betet».
D Schwiz esch es wunderbars Land. Luegemer zäme, dass das so bliebt. Bsunders Freund han ich au a eusne verschiedne Landesregione und eusne 4 Landessproche. Und a jedere 1. August-Red hett das be mer Tradition, dass ich i allne 4 Landessproche en schöne 1. August is Land use wünsche. Verzeihe Sie mer bereits jetzt, wenns ned perfekt tönt, aber es chunnt vo ganzem Härze:
Chers amis de la Suisse romand, je vous souhaite un bon premier aout.
Cari amici de la svizzera italiana, vi auguro un bel primo agosto.
Und jetzt wird’s nomol chli schwieriger
Cars amitgs da la svizzra romontsch, jeu giavischel a vus in bi emprem d’uost.
Liebi Eikerinne und Eiker, ich wünsche Ihne vo ganzem Härze en schöne 1. Augst und ihne und ihrne Familie Gottes Säge.