(Es gilt das gesprochene Wort)
Geschätzter Herr Gemeindeammann Thomas Szabo
Geschätzte Mitglieder des Gemeinderates
Geschätzte Vertreterinnen und Vertreter der Musikgesellschaft Gansingen, die diese schöne Bundesfeier organisieren
Liebe Vereinsmitglieder
Geschätzte Gäste
Und vor allem: Liebe Gansingerinnen und Gansinger, liebe Bevölkerung von Jung bis Alt
Es ist für mich eine grosse Freude und zugleich eine besondere Ehre, heute Abend gemeinsam mit Ihnen hier in Gansingen unseren Nationalfeiertag feiern zu dürfen. Und ich möchte gleich zu Beginn etwas gestehen: Als Politiker weiss man nie so genau, ob die Menschen wegen der Festrede kommen … oder doch eher wegen der Bratwurst danach.
(Pause)
Ich hoffe natürlich, dass heute Abend beides seinen Platz hat. Aber im Ernst: Denn der 1. August ist weit mehr als ein Datum im Kalender. Er ist ein Moment des Innehaltens. Ein Moment der Dankbarkeit. Und zugleich ein Moment der Selbstbesinnung. Wir fragen uns: Wer sind wir? Was macht unser Land aus? Und was müssen wir heute tun, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder morgen noch in einer freien, sicheren und erfolgreichen Schweiz leben dürfen?
Wer heute nach Gansingen kommt, spürt rasch, weshalb unsere Gemeinden das Fundament unseres Landes bilden. Hier scheint die Zeit manchmal etwas langsamer zu laufen. Die Hektik des Alltags tritt in den Hintergrund. Die Schlagzeilen verlieren an Bedeutung. Und plötzlich werden jene Dinge wieder sichtbar, die unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhalten. Man kennt sich. Man grüsst sich. Man hilft sich. Man übernimmt Verantwortung füreinander. Man weiss, wer sich im Verein engagiert. Wer im Gemeinderat Verantwortung trägt. Wer mit anpackt, wenn Hilfe gebraucht wird. Genau darin liegt die wahre Stärke unserer Heimat.
Denn Heimat besteht nicht nur aus Bergen, Wäldern oder schönen Landschaften. Heimat besteht vor allem aus Menschen. Aus Menschen, die füreinander einstehen. Aus Menschen, die mehr leisten, als man von ihnen erwarten könnte. Aus Menschen, die sich nicht zuerst fragen: «Was bekomme ich?» Sondern: «Was kann ich zum Wohl unserer Gemeinschaft beitragen?» Und genau diese Haltung hat die Schweiz gross gemacht. Diese Haltung dürfen wir nicht verlieren.
Warum feiern wir eigentlich den 1. August? Natürlich erinnern wir uns an die Gründung unserer Eidgenossenschaft. An den Bundesbrief. An unsere Geschichte. An unsere Vorfahren, die mit Mut, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein den Grundstein für unser Land gelegt haben. Doch der Nationalfeiertag ist weit mehr als ein Blick zurück. Er ist vor allem ein Auftrag für die Zukunft. Denn die Schweiz besteht nicht nur aus dem, was frühere Generationen geschaffen haben. Sie besteht aus dem, was wir heute daraus machen. Jede Generation trägt Verantwortung. Auch unsere. Unsere Aufgabe ist klar: Bewahren, was unser Land stark gemacht hat. Verändern, was notwendig ist. Und niemals vergessen, was Generationen vor uns aufgebaut haben.
Meine Damen und Herren, die Schweiz wurde nicht erfolgreich, weil sie gross war. Sie wurde erfolgreich, weil sie klug war. Weil sie ihren Bürgerinnen und Bürgern vertraute. Weil Fleiss, Eigenverantwortung und Gemeinsinn wichtiger waren als Ideologien. Weil Eigenverantwortung immer wichtiger war als Bevormundung. Und weil der Staat seinen Platz hatte – aber nie den Anspruch erhob, alles besser zu wissen. Unser Land wurde aufgebaut von Menschen, die früh aufstanden. Von Handwerkerinnen und Handwerkern. Von Bauernfamilien. Von Unternehmerinnen und Unternehmern. Von Lehrerinnen und Lehrern. Von Soldaten. Von Menschen in unseren Vereinen. Von Menschen, die gearbeitet haben, ohne ständig zu fragen, was ihnen dafür zusteht. Sie haben die Schweiz nicht einfach übernommen. Sie haben sie aufgebaut. Stein für Stein. Generation für Generation.
Und deshalb müssen wir uns heute ehrlich fragen: Sind auch wir bereit, diese Verantwortung weiterzutragen? Denn Wohlstand ist keine Selbstverständlichkeit. Sicherheit fällt nicht vom Himmel. Und Freiheit ist schon gar kein Naturgesetz. Freiheit ist eine Errungenschaft. Sie muss gepflegt, geschützt und immer wieder neu verdient werden. Jede Generation entscheidet aufs Neue, ob sie dieses kostbare Erbe bewahrt – oder leichtfertig aufs Spiel setzt.
Wir leben in bewegten Zeiten. Die Welt verändert sich in einem Tempo, das viele Menschen verunsichert. Wir erleben Kriege in Europa.
Geopolitische Spannungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten. Wir diskutieren über Energieversorgung, Digitalisierung, Migration, Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade deshalb braucht unser Land heute das, was die Schweiz seit jeher ausgezeichnet hat: Besonnenheit. Augenmass. Und den Mut, die Realität so zu sehen, wie sie ist. Nicht durch die Brille der Ideologie.
Nicht getrieben von kurzfristigen Schlagzeilen. Sondern mit gesundem Menschenverstand.
Eine der grössten Stärken unseres Landes war stets unsere Fähigkeit zum Dialog. Wir konnten unterschiedlicher Meinung sein. Wir konnten leidenschaftlich diskutieren. Ja, wir konnten auch hart in der Sache diskutieren. Aber am Ende suchten wir gemeinsam nach Lösungen. Genau das ist die Stärke unserer direkten Demokratie.
Doch Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Demokratie bedeutet nicht nur, alle vier Jahre einen Wahlzettel auszufüllen. Demokratie lebt vom Mitmachen. Vom Mitdenken. Vom Mitgestalten. Vielleicht im Gemeinderat.
Vielleicht im Verein. Vielleicht in einer Kommission. Oder ganz einfach dort, wo niemand zuschaut, aber Verantwortung übernommen wird. Denn genau dort entsteht unsere Schweiz. Nicht nur im Bundeshaus. Nicht nur in den Kantonsparlamenten. Sondern jeden Tag in unseren Gemeinden. Bei den Menschen. Mitten in unserem täglichen Leben.
Meine Damen und Herren, wenn wir über Verantwortung sprechen, dann müssen wir auch über die Freiheit sprechen. Denn Freiheit und Verantwortung gehören untrennbar zusammen. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Freiheit ist kein Selbstbedienungsladen: Wir leben heute in einer Zeit, in der viel über Rechte gesprochen wird. Und das ist richtig. Ein freies Land muss die Rechte seiner Bürgerinnen und Bürger schützen.
Doch manchmal habe ich den Eindruck, dass wir etwas Entscheidendes vergessen. Zu jedem Recht gehört auch eine Pflicht. Zu jeder Freiheit gehört Verantwortung. Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn jeder nur fragt: «Was steht mir zu?» Sie funktioniert dann, wenn genügend Menschen auch fragen: «Was kann ich für unsere Gemeinschaft leisten?» Genau das unterscheidet eine blosse Ansammlung von Individuen von einer echten Gemeinschaft. Und genau dieser Gemeinsinn hat unser Land stark gemacht. Unser Staatswesen beruht auf einem einfachen, aber erfolgreichen Grundsatz: Der Staat schafft die Rahmenbedingungen. Doch Leben füllen wir Bürgerinnen und Bürger diese Rahmen mit unserem täglichen Handeln. Der Staat kann Schulen bauen. Aber gute Lehrerinnen und Lehrer schaffen Bildung. Der Staat kann Gesetze erlassen. Aber Vertrauen entsteht nur dort, wo Menschen ehrlich, zuverlässig und verantwortungsbewusst handeln. Der Staat kann Sicherheit organisieren. Doch ein Land bleibt nur dann wirklich sicher und stabil, wenn seine Bürger füreinander einstehen. Darum sage ich heute ganz bewusst: Wir dürfen den Staat nicht mit Aufgaben überladen, die wir als Gesellschaft selbst tragen können. Nicht weil der Staat unwichtig wäre. Im Gegenteil. Ein starker Staat ist notwendig. Aber ein starker Staat braucht vor allem starke Bürger. Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen. Die Eigeninitiative zeigen. Die anpacken.
Denn wenn wir jede Verantwortung nach oben delegieren, verlieren wir etwas vom Wertvollsten, das unser Land auszeichnet: Unsere Selbstständigkeit. Unsere Eigenverantwortung. Unser Vertrauen in die eigene Kraft.
Offenheit braucht ein starkes Fundament. Gerade wir hier im Fricktal wissen, was Offenheit bedeutet. Wir leben in einer Grenzregion.
Seit Generationen verbindet uns der Rhein mit unseren Nachbarn. Viele Menschen pendeln täglich über die Grenze. Unternehmen pflegen enge wirtschaftliche Beziehungen. Freundschaften und Familien reichen über Landesgrenzen hinaus. Das ist eine Bereicherung. Darauf dürfen wir stolz sein. Doch Offenheit bedeutet nicht Beliebigkeit. Eine offene Schweiz braucht ein stabiles Fundament. Und dieses Fundament sind unsere gemeinsamen Werte. Unsere freiheitliche Demokratie. Unser Rechtsstaat. Unsere direkte Demokratie. Unsere Eigenverantwortung. Unsere christlich-abendländische Werteordnung. Und der Respekt voreinander. Nur wer weiss, wofür er steht, kann anderen offen begegnen.
Darum ist es kein Widerspruch zu sagen: Wir sind offen für Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und unsere Werte zu respektieren. Die Schweiz hat immer Menschen geholfen, die tatsächlich Schutz brauchten. Darauf dürfen wir stolz sein. Gleichzeitig dürfen wir erwarten, dass jene, die bei uns leben wollen, unsere Gesetze achten, unsere Sprache lernen und bereit sind, Verantwortung für sich und unsere Gemeinschaft zu übernehmen. Wir erwarten, dass unsere Regeln eingehalten werden. Denn Integration gelingt nur dort, wo beide Seiten ihren Beitrag leisten. Eine Gesellschaft kann nur dann zusammenwachsen, wenn sie weiss, was sie zusammenhält. Wer seine eigene Identität aufgibt, wird sie auch nicht weitergeben können. Darum dürfen wir selbstbewusst sagen: Wir stehen zu unserer Schweiz. Zu unserer Geschichte. Zu unserer Kultur. Zu unseren Traditionen. Nicht aus Überheblichkeit. Sondern aus Dankbarkeit und aus Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.
Heimat ist Verantwortung
Meine Damen und Herren, gewisse Begriffe scheinen heute fast aus der Mode gekommen zu sein. Heimat.
Tradition. Eigenständigkeit. Stolz. Dabei sind das keine rückwärtsgewandten Begriffe. Es sind Werte, die Menschen Orientierung geben.
Heimat bedeutet nicht, andere auszugrenzen. Heimat bedeutet, Verantwortung für den Ort zu übernehmen, an dem wir leben.
Es bedeutet: Hier gehöre ich hin. Hier engagiere ich mich. Hier bringe ich mich ein. Hier trage ich Sorge. Auch Stolz auf die Schweiz bedeutet nicht, dass wir glauben, besser zu sein als andere. Stolz bedeutet Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, in einem Land leben zu dürfen, das Freiheit, Sicherheit und Wohlstand ermöglicht. Dankbarkeit für eine Demokratie, in der jede Bürgerin und jeder Bürger mitentscheiden kann. Dankbarkeit für eine Gesellschaft, die trotz aller Unterschiede immer wieder Wege findet, zusammenzustehen.
Freiheit braucht Sicherheit
Die vergangenen Jahre haben uns eindrücklich vor Augen geführt: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Sicherheit ebenso wenig.
Die Welt ist unsicherer geworden. Gerade deshalb dürfen wir unsere Sicherheitspolitik nicht vernachlässigen. Ein freies Land muss in der Lage sein, seine Freiheit auch zu schützen. Dazu gehört eine glaubwürdige Landesverteidigung. Dazu gehört ein starker Bevölkerungsschutz. Und dazu gehört unsere immerwährende, bewaffnete Neutralität. Unsere Neutralität ist kein Ausdruck von Gleichgültigkeit. Unsere Neutralität ist kein Zeichen der Schwäche. Sie ist Ausdruck unserer Unabhängigkeit. Sie bedeutet: Wir entscheiden selbst. Wir lassen uns nicht treiben. Wir handeln aus eigener Überzeugung. Gerade in einer Welt voller Unsicherheiten bleibt sie ein wichtiger Pfeiler unserer Eigenständigkeit.
Die Zukunft beginnt im Fricktal
Meine Damen und Herren, wenn wir über die Zukunft unseres Landes sprechen, dann dürfen wir die Zukunft unserer Region nicht vergessen. Das Fricktal steht vor grossen Chancen. Mit Projekten wie dem Sisslerfeld entstehen neue Arbeitsplätze, neue Perspektiven und neue Möglichkeiten. Das ist wichtig. Denn eine Region braucht wirtschaftliche Stärke. Sie braucht innovative Unternehmen. Sie braucht Ausbildungsplätze. Und sie braucht Menschen, die den Mut haben, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Doch wirtschaftlicher Erfolg allein genügt nicht. Denn Wohlstand ohne Zusammenhalt macht eine Gesellschaft nicht stark. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie wachsen wir? Sondern vor allem: Wie wollen wir leben? Wir brauchen starke Unternehmen. Aber ebenso starke Gemeinden. Wir brauchen Innovation. Aber auch den Schutz unserer Landschaft. Wir brauchen Fortschritt. Aber immer im Bewusstsein dessen, was unser Zuhause ausmacht. Denn wirtschaftlicher Erfolg und der Erhalt unserer Lebensqualität dürfen kein Gegensatz sein. Sie gehören zusammen.
Gansingen – ein Ort mit Haltung
Meine Damen und Herren, wenn wir über die Zukunft unseres Landes sprechen, lohnt sich manchmal der Blick auf das, was direkt vor unserer Haustür geschieht. Denn die grossen Antworten entstehen oft im Kleinen. Und genau deshalb ist Gansingen heute Abend ein wunderbares Beispiel. Rund um Gansingen hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert. Gemeinden haben sich zusammengeschlossen. Strukturen wurden angepasst. Neue Formen der Zusammenarbeit sind entstanden. Das kann sinnvoll sein. Denn Zusammenarbeit ist wichtig. Aber Gansingen hat sich bewusst entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen. Diese Gemeinde ist eigenständig geblieben. Nicht aus Trotz. Nicht aus Bequemlichkeit. Sondern aus Überzeugung. Aus dem Glauben an die eigene Stärke.
Aus dem Vertrauen in die Menschen, die hier leben. Und genau das beeindruckt mich. Denn Eigenständigkeit bedeutet nicht Abschottung. Eigenständigkeit bedeutet Verantwortung. Es bedeutet: Wir kennen unsere Stärken. Wir kennen unsere Herausforderungen. Und wir übernehmen Verantwortung für unsere Zukunft.
Gerade darin erkenne ich einen Grundgedanken unserer Schweiz wieder. Auch unser Land war nie das grösste. Nie das mächtigste.
Nie das reichste an Rohstoffen. Und trotzdem gehört die Schweiz heute zu den erfolgreichsten Ländern der Welt. Nicht wegen ihrer Grösse. Sondern wegen ihrer Haltung. Wegen ihrer Freiheit. Wegen ihrer Eigenverantwortung. Und wegen des Vertrauens in die Menschen. Vielleicht funktioniert Gansingen genau deshalb so gut. Nicht weil hier alles einfacher wäre. Sondern weil die Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Weil sie sagen: Diese Gemeinde gehört uns allen. Nicht dem Gemeinderat allein. Nicht der Verwaltung allein. Sondern jeder Bürgerin und jedem Bürger. Und genau so funktioniert auch unsere Schweiz.
Was eine Gemeinde wirklich stark macht
Wenn wir wissen wollen, was eine Gemeinde wirklich ausmacht, dann genügt ein Blick auf die Jahresrechnung oder auf die Einwohnerstatistik nicht. Wir müssen auf die Menschen schauen. Auf jene, die sich Tag für Tag engagieren. Die Verantwortung übernehmen. Die Zeit schenken. Die sich nicht fragen, ob sich ihr Einsatz lohnt. Sondern die einfach anpacken. Und davon gibt es in Gansingen viele. Im vergangenen Jahr durfte Ihre Gemeinde das neue Schulhaus einweihen. Ein Schulhaus ist weit mehr als ein Gebäude. Es ist ein Versprechen. Ein Versprechen an unsere Kinder. Ein Versprechen an die nächste Generation. Die Botschaft lautet: Wir glauben an euch. Wir investieren in eure Zukunft. Nicht nur in Beton. Sondern in Bildung. In Wissen. In Chancen. Und damit in das Wertvollste, was unser Land besitzt: In seine Menschen.
Ebenso prägend sind die zahlreichen Vereine. Sie sind das Herzstück jeder Gemeinde. Die Musikgesellschaft Gansingen, die heute diese Bundesfeier organisiert, steht beispielhaft dafür. Vereine bringen Menschen zusammen. Über Generationen hinweg. Sie verbinden Jung und Alt. Sie schaffen Freundschaften. Sie vermitteln Werte. Sie lehren Verlässlichkeit. Teamgeist. Disziplin. Und sie zeigen eindrücklich: Zusammenhalt entsteht nicht durch Gesetze. Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen freiwillig Verantwortung übernehmen.
Auch im Sport zeigt Gansingen eindrücklich, was möglich ist. Die Erfolge Ihrer Schützen. Die starken Leistungen der jungen Radfahrerinnen und Radfahrer. Die Erfolge von Levin Hüsler und Nicola Zumsteg. Sie alle machen Freude. Doch ihre Erfolge sind weit mehr als Medaillen oder Ranglisten. Hinter jedem Erfolg stehen Familien. Trainerinnen und Trainer. Vereine. Freiwillige. Menschen, die ihre Freizeit investieren. Die fördern. Begleiten. Motivieren. Genau darin liegt die wahre Stärke unseres Landes. Nicht jeder Erfolg entsteht auf einer grossen Bühne. Oft beginnt er im Vereinslokal. Auf dem Sportplatz. Im Musikzimmer. Oder beim stillen Engagement eines Menschen, der Verantwortung übernimmt, ohne je im Mittelpunkt stehen zu wollen. Und gerade diese Menschen verdienen heute unseren aufrichtigen Dank. Sie sind das Rückgrat unserer Gemeinden. Und damit auch das Rückgrat der Schweiz.
Ein Wort an unsere Jugend
Liebe Jugendliche,
ich möchte heute ganz bewusst auch einige Worte an euch richten. Denn ihr seid nicht einfach die Zukunft unseres Landes. Ihr seid bereits heute ein wichtiger Teil davon. Vielleicht hört ihr manchmal den Satz: «Früher war alles besser.» Ich glaube das nicht. Jede Generation hatte ihre eigenen Herausforderungen. Und jede Generation musste ihren eigenen Weg finden. Auch ihr werdet euren Weg finden. Ihr lebt in einer Welt voller Möglichkeiten. Noch nie war Wissen so leicht zugänglich. Noch nie konnten Ideen so schnell Wirklichkeit werden. Doch eines hat sich nie verändert. Eine gute Zukunft entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Darum möchte ich euch Mut machen. Habt Vertrauen in euch selbst. Bringt euch ein. Geht wählen. Übernehmt Verantwortung. Engagiert euch in Vereinen. In der Feuerwehr. In der Politik. Gründet Unternehmen. Oder setzt euch einfach dort ein, wo ihr gebraucht werdet. Denn Demokratie lebt nicht nur von kritischen Stimmen. Sie lebt vor allem von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu tragen. Und ich bin überzeugt: Unsere Schweiz hat eine gute Zukunft. Nicht weil alle Probleme verschwinden werden. Sondern weil ich an die Menschen glaube. An Menschen wie euch.
Unser Auftrag an die Zukunft
Meine Damen und Herren, am Ende dieser Rede geht es nicht nur um Gansingen. Es geht nicht nur um das Fricktal. Es geht nicht nur um den Aargau. Und es geht auch nicht nur um die Schweiz. Es geht um eine Haltung. Um die Überzeugung, dass wir die Zukunft unseres Landes nicht einfach geschehen lassen. Sondern dass wir sie gestalten. Natürlich dürfen wir Probleme nicht schönreden. Im Gegenteil. Wir müssen Missstände offen ansprechen. Wir müssen Herausforderungen klar benennen. Und wir müssen bereit sein, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Denn Wegschauen war noch nie eine schweizerische Tugend. Aber ebenso wenig dürfen wir den Mut verlieren. Die Schweiz ist gross geworden, weil ihre Menschen nie aufgegeben haben. Weil sie Verantwortung übernommen haben. Weil sie an dieses Land geglaubt haben – auch in schwierigen Zeiten. Genau diese Haltung brauchen wir auch heute. Die Schweiz ist nicht perfekt. Und sie wird es nie sein. Aber sie ist einzigartig. Nicht weil wir fehlerlos wären. Sondern weil wir immer wieder bereit waren, aus Fehlern zu lernen und gemeinsam neue Lösungen zu finden.
Die Zukunft beginnt nicht in Bern
Liebe Gansingerinnen und Gansinger, wenn wir diesen Nationalfeiertag heute gemeinsam feiern, wenn wir nachher noch zusammensitzen, miteinander ins Gespräch kommen und diesen schönen Abend geniessen, dann denken wir einen Moment an jene Menschen, die vor uns Verantwortung getragen haben. An jene Frauen und Männer, die unsere Gemeinden aufgebaut haben. Die unsere Vereine gegründet haben. Die unsere Felder bewirtschaftet haben. Die Unternehmen aufgebaut haben. Die Familien grossgezogen haben. Und die unserer Schweiz das Fundament gegeben haben, auf dem wir heute stehen. Doch denken wir nicht nur an gestern. Denken wir vor allem an morgen. Denn die Zukunft unseres Landes beginnt nicht in Bern. Sie beginnt hier. In Gansingen. Im Fricktal. In unseren Gemeinden. In unseren Familien. In unseren Schulen. In unseren Vereinen. Und an unseren Arbeitsplätzen. Sie beginnt überall dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Die Schweiz ist jeden Morgen wieder eine Entscheidung
Meine Damen und Herren, die Schweiz ist weit mehr als ihre Grenzen. Sie ist weit mehr als ihre Institutionen. Sie ist weit mehr als ihre Geschichte. Die Schweiz lebt von ihren Menschen. Von Menschen, die anpacken. Von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Von Menschen, die Freiheit nicht nur geniessen, sondern auch bewahren. Die Schweiz ist jeden Morgen wieder eine Entscheidung. Die Entscheidung, ob wir Freiheit als selbstverständlich betrachten – oder ob wir sie schützen. Die Entscheidung, ob wir nur fordern – oder auch bereit sind, unseren Beitrag zu leisten. Die Entscheidung, ob wir nur kritisieren – oder selbst Verantwortung übernehmen. Die Entscheidung, ob wir unsere Werte leichtfertig preisgeben – oder sie mit Überzeugung an die nächste Generation weitergeben.
Ein Wunsch für unser Land
Für unser Land wünsche ich mir deshalb, dass wir den Mut haben, zu unseren Werten zu stehen. Dass wir Verantwortung nicht delegieren, sondern übernehmen. Dass wir unsere Freiheit schützen. Unsere direkte Demokratie stärken. Unseren Rechtsstaat achten.
Unsere Gemeinden lebendig halten. Unsere Vereine unterstützen. Und unseren Kindern und Enkeln jene Schweiz weitergeben, die wir selbst mit Dankbarkeit von früheren Generationen übernehmen durften. Denn Freiheit. Sicherheit. Wohlstand. Zusammenhalt. Sie entstehen nicht von selbst. Sie sind das Ergebnis von Menschen, die Verantwortung übernehmen
Liebe Gansingerinnen und Gansinger, bewahren wir mit Dankbarkeit, was frühere Generationen aufgebaut haben. Übernehmen wir Verantwortung für unsere Familien, unsere Gemeinden und unsere Heimat. Stehen wir ein für Freiheit, Eigenverantwortung und Zusammenhalt. Denn die Schweiz bleibt nur so stark, wie ihre Bürgerinnen und Bürger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Und genau dafür trägt jede Generation ihren eigenen Teil der Verantwortung. Nicht weil unser Land perfekt ist. Sondern weil es unsere Heimat ist. Und weil wir wollen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder eines Tages mit Stolz sagen können: Ja, diese Schweiz haben wir bewahrt.
In diesem Sinne danke ich Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen schönen, besinnlichen und frohen Nationalfeiertag. Es lebe Gansingen. Es lebe das Fricktal. Es lebe unser Kanton Aargau. Und es lebe unsere Schweiz!
Ich habe geschlossen.