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Rheinfelden

Computer anstatt Atelier: Der Rheinfelder Künstler Roy Andres Hofer. Foto: Peter SchützRoy Andres Hofer aus Rheinfelden ist Künstler mit dem Blick für das Globale. Sein vielschichtiges Werk kreist um Themen wie das Konsumverhalten der heutigen Gesellschaft. Hofer plant derzeit Projekte in Basel, Kopenhagen und New York.

PETER SCHÜTZ

Roy Andres Hofer ist nicht im Atelier anzutreffen. Er hat keines, braucht keines. Denn seine künstlerischen Vorhaben kann er von der Wohnung in Rheinfelden, die er mit seiner Frau und seinem Kind teilt, steuern. Hofer ist vieles: Maler, Zeichner, Fotograf, Kurator, Ausstellungsmacher. Was er nicht ist: ein Künstler, der in einem Kokon lebt. Er ist keiner, der sich loslöst von dem, was ihn umgibt. Und er ist keiner, der viel Raum zum sich selber Verwirklichen braucht. Farbschlieren, Farbspritzer, Berge von Papier oder Leinwand sind bei ihm nicht anzutreffen. Stattdessen: eine aufgeräumte Küche, Kinderspielzeug im Wohnzimmer und ein gemütliches Sofa, von wo aus Hofer mit der Aussenwelt per Computer oder Telefon kommuniziert.

«Was ich gerne mache: Sachen für andere Leute ermöglichen», sagt er von sich. Er will andere junge, noch unbekannte Künstler in Galerien unterbringen, will sie in Prozesse integrieren und preiswerte Kunst vermitteln. Mit kleinem Budget hat er zum Beispiel «Camp Basel» initiiert. Er ist Gründungsmitglied der Offspaces «ARTspaceSWITZERLAND.ch» in Basel und Zürich.

Er war und ist an internationalen Kunstmessen beteiligt und hat sich dadurch ein eigenes Netzwerk geschaffen. Ein Teil seiner Arbeit besteht daraus, Sponsoren für Projekte zu finden. Er investiert viel Zeit in das Planen und Organisieren von Kunstprojekten. «Mit Kunst werde ich nicht reich», meint er, «aber was ich mache, mache ich mit Herzblut». Roy Hofer schwebt eine eigene Galerie auf professioneller Ebene vor. Einen Teil der Voraussetzungen dafür erfüllt er: Er kennt die Mechanismen des Kunstmarktes, was aber nicht bedeutet, dass er sich ihnen anpassen muss. Hofer sucht in der Kunstvermittlung sowie in der Produktion der eigenen Kunstwerke andere, neue Wege. 

Vom Graffiti zur Leinwand
Roy Andres Hofer (38) stammt aus Muttenz. In Allschwil hat er eine Lithografen-Lehre absolviert. Um 1994 ist er als Graffiti-Sprayer in Erscheinung getreten. Er hat ein Graffiti-Magazin herausgegeben, hat dadurch ein internationales Netzwerk spannen können. Der Gewinn eines Plakat-Wettbewerbs von Schweppes ist für ihn der Wegweiser zur Bildenden Kunst gewesen. Nach der Lehre ist er in die USA gereist, hat dort die englische Sprache gelernt, sich allmählich von Graffiti ab- und sich der Leinwand als Bildträger zugewandt. Hat später seine aus Japan stammende Frau kennen gelernt, hat Tokyo x-mal besucht. Die USA und Japan sind für ihn zur Inspiration geworden. Der Einfluss dieser unterschiedlichen Kulturen ist in seinen Werken zu sehen. Aktuell arbeitet er an einer Serie mit in China in Auftrag gegebenen, gemalten Bonsai-Bäumen. Die Leinwände bearbeitet er in Rheinfelden weiter, setzt sie in einen neuen Kontext. «Es ist heute sehr schwierig, in der Kunst etwas Neues zu schaffen», bemerkt er. Trotzdem versucht er eben dies: Neues, Ureigenes zu entwickeln. Das scheinbar Unmögliche zu schaffen, ist ihm Ansporn. Und es gelingt ihm immer wieder. Roy Hofers Position ist die eines kritischen Beobachters. Er hinterfragt ironisch, zynisch, witzig. Er blickt hinter die Kulissen, dreht den Spiess um. Trotzdem sind seine Arbeiten von hoher ästhetischer Qualität.

Sein Haupt-Arbeitsfeld ist Basel und Umgebung. In Rheinfelden hat er sich 2006 mit dem Offenen Atelier bekannt gemacht. Vor zwei Jahren wurde von ihm «take a Day off and go Shopping» mit Neonlichtarbeiten und Shoppingtüten von der Rheinfelder Firma «Papierhof» in die Ausstellung «Kunst lokal» juriert. 

Roy Andres Hofer im Internet www.royandreshofer.ch

Bild (Foto: Peter Schütz): Computer anstatt Atelier: Der Rheinfelder Künstler Roy Andres Hofer. 

 

 

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