Für Eiken ist nicht XXL das Grösste, sondern MMX. Unter diesem Kürzel feiert die Gemeinde an der Sissle ihr Jubiläumsjahr zum 850. Geburtstag. Wie aber lebt es sich in Eiken? Was hat das Dorf zu bieten und wie entwickelt es sich? Ein Porträt.
PETER SCHÜTZ
Eiken steht Kopf. Das Jubeljahr 2010 ist denn auch der perfekte Anlass, das Dorf an der Sissle aus dem Schatten der grösseren Nachbargemeinden Stein und Frick zu hieven. Eiken hat nämlich mehr als nur einen Bahnhof, eine Hauptstrasse oder eine Autobahnzufahrt zu bieten. Die Liste der Attraktionen und Sehenswürdigkeiten ist lang. Da wären zum Beispiel die Volksbibliothek, der Kulturelle Saal, die Alte Trotte, die Lourdes-Grotte, ausserdem die Pfarrkirche und das Pfarrhaus, wo Karl Fahrländer die Verfassung des kurzlebigen Kantons Fricktal (1802 bis 1803) niedergeschrieben hat. Auch Sportler kommen auf ihre Kosten. Eiken gilt als beliebter Treff- und Ausgangspunkt für Läufer, Jogger und Walker. Auf Gemeindeboden befinden sich eine Reitsportanlage, die Sportanlage «Netzi» (auf der vor zwei Jahren das Regionalturnfest stattgefunden hat) und eine Laufstrecke. Naturliebhaber schätzen das Dorf wegen des Waldlehrpfades und der Naturschutzgebiete.
Schnell im Grünen
Der Schupferterberg hat das Prädikat «Von Kantonaler Bedeutung». Und überhaupt: Wer in Eiken lebt, ist schnell im Grünen, gewinnt zügig an Höhe. Gemeindeammann Georges Collin (51) spricht sogar von «Supererholungsgebieten» auf Eikener Boden. Und weil der Zeitpunkt besser nicht sein könnte, hat die Gemeinde drei neue Jubiläumswege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eingerichtet. Sie sollen die vielfältigen Ansichten und Schönheiten von Eiken aufzeigen. Die Wege kreuzen unter anderem die Wohngebiete. Wer dort genau hinschaut, stellt fest, dass im Dorf das Leben pulsiert. «Eiken hat eine gute Durchmischung von Gewerbe und Wohnen», bringt es Georges Collin auf den Punkt. Lebensmittelgeschäfte sind vorhanden, reichlich Handwerk, Handel und Gewerbe, eigentlich alles von A bis Z: Autogaragen, Coiffure, Gasthäuser, Metzgerei, Drescherei, Spenglerei, Reiseunternehmen, Zaunbau und vieles mehr.
Gerüstet für die Zukunft
In den Industriezonen befinden sich die DSM, einer der grössten regionalen Arbeitgeber, und ein Kieswerk. «Für uns ist wichtig, dass wir nicht nur die grossen, sondern auch die vielen kleinen Betriebe haben», sagt Georges Collin. Und ergänzt, dass Eiken immer noch ein Entwicklungspotenzial hat - etwa im Sisslerfeld, wo noch Platz für Industriebetriebe besteht.
Zurzeit entsteht im Ortskern eine Zentrumsüberbauung mit Geschäfts- und Wohnräumen. Im Frühjahr 2011 sollen dort eine Arztpraxis und eine Apotheke einziehen. Die Gesundheitsversorgung ist dann nicht mehr wie bisher auswärts, sondern im Ort vorhanden. «Das ist für uns ein wesentlicher Schritt in die Zukunft», ist Collin überzeugt, «Eiken wird dadurch noch attraktiver». Ein Grund für das hohe Niveau in Eiken ist die Verkehrsanbindung. Vielleicht wird Eiken durch die Verkehrsinfrastruktur noch zum «Knotenpunkt in der Region», meint Georges Collin. Der Preis dafür ist die Lärmbelastung. Das ist auch dem Gemeindeammann klar. Aber: «Ich weiss nicht, ob wir ohne den Autobahnzubringer die starke Industrie hätten», sagt Collin. Wie auch immer: Jetzt wird erstmal kräftig gefeiert. Am 1. August erhält Eiken hohen Besuch aus Bern. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wird aus Anlass des Jubiläumsjahres die Ansprache halten. Einen Besuch wird zudem der Aargauer Regierungsrat Roland Brogli abstatten. Die Musikgesellschaft, die Jugendmusik Oberes Fricktal und eine Hip-Hop-Dance-Gruppe aus Basel werden die Feier musikalisch umrahmen.
Infos im Internet www.eiken.ch und www.mmx-eiken.ch
Bild: Das Leben im Dorf pulsiert. Eikens Gemeindeammann Georges Collin (Foto: Peter Schütz)
|